Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_8.htm

Offenbarung 8

Offenbarung 8 schließt die Siegel-Serie mit dem siebten Siegel ab und führt zu den sieben Posaunen, welche Gerichte Gottes, als Folge von Gebeten der Gläubigen, darstellen.

Offenbarung 8,1 Und als das Lamm das siebente Siegel auftat, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.
 
  Das siebte Siegel gehört thematisch zu den sieben Siegeln, von denen sechs davon in Offenbarung 6 zu finden sind. Offenbarung 7 stellt somit einen Einschub dar und beantwortet die Frage, die am Ende von Offenbarung 6 gestellt wird:

Offenbarung 6,17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen?

Für die Bedeutung der Stille im Himmel gibt es nun mehrere Auslegungen. Das Siegel ist ja sehr kurz und umfasst nur einen einzigen Vers. Dennoch kann man davon ausgehen, dass dieses Siegel im Zusammenhang mit dem Zorn Gottes steht, der Wiederkunft Jesu:

Matthäus 25,31 Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit

Wenn Jesus wiederkommen wird, dann werden ihn alle Engel begleiten. Demzufolge wäre es im Himmel sehr ruhig. Eine Stille im Himmel.

Nach dem Jahr-Tag-Prinzip entspricht die halbe Stunde einer Zeitdauer von ungefähr sieben Tagen, was wiederum ein Hinweis auf Vollendung sein kann, so wie die Schöpfung in sieben Tagen vollendet wurde.

 
Offenbarung 8,2-5 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen, und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß, und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, daß er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron. Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen von der Hand des Engels hinauf vor Gott. Und der Engel nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Donner und Stimmen und Blitze und Erdbeben.
 
  Ab Vers 2 beginnt eine neue 7er-Reihe, die wiederum - wie alle anderen 7er-Reihen auch - mit einer Heiligtumsszene beginnt. Daher macht es Sinn, die sieben Posaunen nicht in die Zeit des siebten Siegels zu legen, sondern als eigenständigen geschichtlichen Abschnitt zu sehen. Vor allem die Erweiterungen in Kapitel 10 und 11 der Offenbarung belegen, dass sich die Posaunen nicht zur Zeit des letzten Siegels abspielen können.

Die Heiligtumsszene beschreibt nun einen Engel, der mit einem Räuchergefäß vor dem Altar steht. Dieser Räucheropferaltar befand sich im irdischen Heiligtum direkt vor dem Vorhang, der die erste Abteilung, genannt das Heilige, von der zweiten Abteilung, dem Allerheiligsten, trennte. Auch diese Stelle ist wieder ein Beweis dafür, dass es im Himmel ein solches Heiligtum gibt, wovon der irdische Tempel ja nur ein Abbild war.

Wer ist nun aber der Engel?

Im alttestamentlichen Heiligtumsdienst dienten nur die Priester im Heiligtum. Die Priester waren aber wiederum nur ein Sinnbild auf Jesus, der seit seiner Himmelfahrt der wahre Hohepriester ist und im himmlischen Heiligtum für sein Volk dient:

Hebräer 4,14-16 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so laßt uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum laßt uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Die hier beschriebene Szene stellt folglich den Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum dar, wie er die Gebete der Gläubigen vor Gott darbringt. Wenn Nachfolger Jesu - die Bibel nennt sie die Heiligen - zu Gott beten, dann mischt Jesus diese Gebete mit seiner Gerechtigkeit und bringt sie so vor dem Thron Gottes dar. Dies wird durch den Rauch des Räucherwerks versinnbildlicht, der zusammen mit den Gebeten der Heiligen vor Gott steigt.

Hinweis: Wenn Jesus nicht unser Fürsprecher und Mittler im Himmel wäre, dann bräuchten Menschen erst gar nicht davon ausgehen, dass ihre Gebete von Gott erhört würden. Folgender Bibeltext verdeutlicht dies:

Römer 8,26 Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.

Der Engel nimmt nun das Räuchergefäß und schüttet es auf die Erde. Was im Himmel passiert, hat auch immer Folgen für die Erde. Donner, Blitze und Erdbeben treffen die Erde. Diese Ereignisse führen uns nicht nur zur letzten der sieben Plagen (vgl. Offenbarung 16,18), sondern auch zu einem Text im Jesaja. Dort stellen sie Strafgerichte über die Feinde des Volkes Gottes dar:

Jesaja 29,5.6 Aber die Menge deiner Feinde soll werden wie Staub und die Menge der Tyrannen wie wehende Spreu. Und plötzlich wird's geschehen, daß Heimsuchung kommt vom HERRN Zebaoth mit Wetter und Erdbeben und großem Donner, mit Wirbelsturm und Ungewitter und mit Flammen eines verzehrenden Feuers.

Die sieben Posaunen stellen somit Strafgerichte Gottes dar, die als Folge von Gebeten über die Feinde der Nachfolger Jesu hereinbrechen. Im Gegensatz zu den sieben Plagen möchte Gott aber noch immer, dass Menschen sich besinnen und zu Gott umkehren. Denn immer nur ein Drittel ist von den Posaunen betroffen.

 
Offenbarung 8,6.7 Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet zu blasen. Und der erste blies sein Posaune, und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und fiel auf die Erde; und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.
 
  Bei den 7er-Reihen deutet die Heiligtumsszene immer den Zeitraum an, im welchem die Ereignisse einzuordnen sind. Da der Räucheralter in der ersten Abteilung des irdischen Tempels stand und Jesus genau diesen Dienst nach seiner Auferstehung antrat, macht es Sinn, die Posaunen als geschichtliche Abschnitte seit seiner Auferstehung zu verstehen.

Hagel und Feuer sind in der biblischen Prophetie Symbole für Gerichte Gottes:

Hesekiel 38,22.23 Und ich will ihn richten mit Pest und Blutvergießen und will Platzregen mit Hagel, Feuer und Schwefel über ihn und sein Heer und über die vielen Völker kommen lassen, die mit ihm sind. So will ich mich herrlich und heilig erweisen und mich zu erkennen geben vor vielen Heiden, daß sie erfahren, daß ich der HERR bin.

Bäume und Gras sind nach der Offenbarung ein Symbol für das Volk Gottes:

Offenbarung 9,4 Und es wurde ihnen gesagt, sie sollten nicht Schaden tun dem Gras auf Erden noch allem Grünen noch irgendeinem Baum, sondern allein den Menschen, die nicht das Siegel Gottes haben an ihren Stirnen.

Jeder Gläubige Mensch, der Jesus als seinen Erlöser annimmt, wird nach Epheser 1,13 mit dem heiligen Geist versiegelt. Deshalb geht es bei der ersten Posaune um ein Gericht Gottes über sein eigenes Volk, da Bäume und Gras Schaden nehmen. Auf den ersten Blick klingt das natürlich etwas widersprüchlich. Ein Gericht Gottes gegen sein eigenes Volk? Hat sich denn so etwas tatsächlich ereignet? Nun, wenn wir in die Geschichte schauen, dann finden wir ein Ereignis, ein Strafgericht, das selbst von Jesus angekündigt wurde:

Matthäus 3,10 Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.

Matthäus 23,37 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!

Lukas 21,20 Wenn ihr aber sehen werdet, daß Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, daß seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist.


Im Jahre 70 n. Chr. wurde Jerusalem von den Römern belagert. Jesus warnte seine Jünger, dass es so etwas passieren würde. Darum sollten sie, nachdem die Stadt belagert werden würde, sofort fliehen (vgl. Lukas 21,20-22). Die Christen hielten sich an den Rat Jesu und so kam damals kein Christ ums Leben. Für die jüdische Bevölkerung war es aber eine dramatische Belagerung, bei der über eine Million Menschen ums Leben kamen, wie der Andreasbrief Nr. 11 berichtet.

Warum aber wurden die Juden, die ja ein Stamm des alttestamentlichen Israels und damit Gottes Volk waren, von ihrem eigenem Gott gerichtet? Nun, fast die ganze Apostelgeschichte berichtet davon, wie Christen von den damaligen Juden verfolgt wurden, obwohl sie nur an den glaubten, der der ganzen Welt als Erlöser angekündigt und dessen Taufe und Tod im AT in Daniel 9 auf das Jahr genau vorhergesagt wurde: Jesus Christus.

Bis heute lehnen die allermeisten Juden Jesus als den Messias leider ab. Sie glauben nicht, dass der Gott des AT Mensch wurde (vgl. Jesus - Gott oder Mensch?), um für die Sünden der ganzen Welt am Kreuz zu sterben. Bleibt zu hoffen, dass sie durch das Studium der Zeitweissagungen im alttestamentlichen Buch Daniel zu der Erkenntnis gelangen, dass Jesus der von Gott versprochene Retter ist. Denn ohne Glaube an Jesus, kann niemand errettet werden:

Johannes 5,39 Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir [=Jesus] zeugt.

Johannes 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Johannes 3,36 Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.


 
Offenbarung 8,8.9 Und der zweite Engel blies seine Posaune; und es stürzte etwas wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut, und der dritte Teil der lebendigen Geschöpfe im Meer starb, und der dritte Teil der Schiffe wurde vernichtet.
 
  Auch hier schauen wir uns wieder zuerst die Bedeutung der Symbole an und suchen dann das entsprechende Ereignis in der Geschichte.

Der brennende Berg ist ein Symbol für Babylon:

Jeremia 51,24.25 Aber nun will ich Babel und allen Bewohnern von Chaldäa vergelten alle ihre Bosheit, die sie an Zion begangen haben, vor euren Augen, spricht der HERR. Siehe, ich will an dich, du Berg des Verderbens, der du Verderben gebracht hast über alle Welt, spricht der HERR. Ich will meine Hand wider dich ausstrecken und dich von den Felsen herabwälzen und will einen verbrannten Berg aus dir machen ...

Das Problem ist jetzt, dass das antike Babylon zur Zeit des Neuen Testaments nicht mehr existierte. Dennoch gibt es einen Text, in dem Babylon erwähnt wird:

1. Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist, und mein Sohn Markus.

Im Allgemeinen ist man sich einig, dass Christen, um sich zu schützen, Babylon als Deckname für das kaiserliche Rom benutzten. Denn auch Rom war eine Macht, die Christen zum Teil heftig verfolgte. Das Meer ist nach Offenbarung 17,15 sicherlich ein Symbol für das Völkermeer. Und wenn das Meer zu Blut wird, sterben Menschen. Auch die Zerstörung der Schiffe ist ein Sinnbild für die Zerstörung des wirtschaftlichen System (vgl. Offenbarung 18,19).

Somit stellt die zweite Posaune das Gericht Gottes über das weströmische Reich dar, das durch die Völkerwanderung im Jahre 476 n. Chr. unterging.

 
Offenbarung 8,10.11 Und der dritte Engel blies seine Posaune; und es fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf den dritten Teil der Wasserströme und auf die Wasserquellen. Und der Name des Sterns heißt Wermut. Und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter geworden waren.
 
  Nach dem Untergang des weströmischen Reichs wuchs auf dem Boden des antiken Rom eine Verbindung von Kirche und Staat. Es entstand das Papsttum. Dabei ist es vor allem die biblische Prophetie, die vor dieser Macht warnt. In Daniel 7 wird es als kleines Horn dargestellt. In Offenbarung 13 als Meertier und in Offenbarung 17 als Hure Babylon. Auch wenn es vielleicht nicht für jedermann offensichtlich ist, so stellt die Papstkirche doch die zentrale Macht dar, die gegen Gott, gegen Christus und gegen seine Nachfolger kämpft. Allein schon, dass über 75 Millionen Menschen durch die Inquisition getötet wurden und damit auf das Konto dieser Kirche gehen, spricht eine deutliche Sprache. Auch wenn das Papsttum in seinem Ansehen in der Welt wieder deutlich zunimmt, was übrigens in Offenbarung 13 vorhergesagt wurde, denn die Wunde sollte heilen, so ist die Bibel unmissverständlich darin, wer die eigentliche Macht hinter dem Papsttum ist:

Offenbarung 13,2 Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht.

Offenbarung 12,9 Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt ...


Die dritte Posaune handelt davon, dass ein großer Stern vom Himmel fällt und Wasserströme und Quellen vergiftet. Dazu ist sein Name noch Wermut, was einen negativen Klang hat. Anhand folgernder Bibelstellen lässt sich bestimmen, welcher große Stern gemeint ist:

Jesaja 14,12 Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst!

Lukas 10,18 Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz.


Nach Offenbarung 12 gab es einen Krieg im Himmel. Satan wurde daraufhin aus dem Himmel verbannt. Nachdem Satan das jüdische Volk dazu verleiten konnte, den Messias zu kreuzigen, wurde er endgültig auf die Erde verbannt. Die Folgen davon sollten gemäß Offenbarung 12,12.13 in den darauffolgenden Jahrhunderten sichtbar werden und bis zur Wiederkunft Jesu andauern. Verfolgungen der Christen durch die Juden, das kaiserliche und später durch das päpstliche Rom waren Satans Strategie, um gegen Gott zu kämpfen. Doch mit Verfolgungen konnte Satan die Christenheit nicht vernichten. Der nächste Schachzug sollte mehr Erfolg bringen: Verführung! Satan veränderte durch die Kirche die Lehre von der Erlösung, setzte Priester ein, die Jesu hohepriesterlichen Dienst im Himmel übernahmen, und änderte sogar die 10 Gebote. Bis heute sind die Folgen davon zu spüren. Denn obwohl in den 10 Geboten eindeutig steht, dass man den Sabbat heiligen soll, so lehren fast alle Kirchen, dass der Sonntag der heilige Ruhetag sei. Die Menschen werden von den Kirchen bewusst in Sünden gehalten. Doch das wird sich ändern, denn die Botschaft vom Malzeichen des Tieres wird um die ganze Welt gehen.

Wasserströme und Quellen sind in in der Bibel allgemein ein Sinnbild für Gott, Jesus, das Heil und für den Erlösungsplan. Dazu folgende Texte:

Johannes 4,10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und der gäbe dir lebendiges Wasser.

Johannes 7,38 Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Offenbarung 7,17 ... denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den Quellen des lebendigen Wassers


Der große gefallene Stern, Satan, gibt sich, symbolisiert durch die Fackel, als Licht aus (vgl. 2. Korinther 11,14) und verändert das Evangelium. Dadurch sterben Menschen, weil sie den Weg zum ewigen Leben nicht mehr finden. Denn die Lehren sind bitter geworden.

Die Erfüllung dieser Posaune findet sich im Papsttum, das sukzessive jeden einzelnen Baustein des Erlösungsplans veränderte.

Hinweis: Kurz zusammengefasst die wichtigsten Punkte, die im Erlösungsplan geändert wurden: Die Glaubenstaufe wurde durch die Kindstaufe ersetzt; Jesu Opfer wurde durch die Eucharistie ersetzt; Jesu Mittlerdienst wurde durch irdische Priester ersetzt; Bibelbesitz war lange Zeit verboten; Menschen, die das Evangelium verkündigten, wurden verfolgt; Gottes Gnade wurde durch Sakramente ersetzt; Die 10 Gebote wurden verändert. Oder wie es der Prophet Daniel formuliert: Das Horn warf die Wahrheit zu Boden!

 
Offenbarung 8,12 Und der vierte Engel blies seine Posaune; und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so daß ihr dritter Teil verfinstert wurde und den dritten Teil des Tages das Licht nicht schien, und in der Nacht desgleichen.
 
  Bei der vierten Posaune geht es primär darum, dass das Licht aufhört zu scheinen. Finsternis breitet sich aus. Es gibt mehrere Bibelstellen, bei denen Licht ein Sinnbild für Gottes Gerechtigkeit ist, für Jesus und für seine Jünger, die das Evangelium verkünden:

Maleachi 3,20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln.

Johannes 8,12 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt.

Matthäus 5,14 Ihr seid das Licht der Welt.


Im Alten Testament gibt noch eine weitere interessante Stelle, bei der Sonne, Mond und Sterne als Gericht Gottes über Ägypten aufhören zu scheinen:

Hesekiel 32,2.7.8 Du Menschenkind, stimm ein Klagelied an über den Pharao, den König von Ägypten ... Und wenn du dann ganz dahin bist, so will ich den Himmel verhüllen und seine Sterne verfinstern und die Sonne mit Wolken überziehen, und der Mond soll nicht scheinen. Alle Lichter am Himmel lasse ich über dir dunkel werden und bringe eine Finsternis über dein Land, spricht Gott der HERR.

Man könnte jetzt die vierte Posaune als Erweiterung der dritten Posaune sehen. Denn bei der dritten Posaune wurde das Evangelium verändert und führte so zum finsteren Mittelalter, was wiederum durch die vierte Posaune dargestellt sein könnte. Dagegen spricht allerdings, dass in Hesekiel dieses Gericht nicht über das Volk Gottes erging, sondern über ein heidnisches Volk. Von daher macht es Sinn, die Erfüllung der vierten Posaune nicht in der Kirche selbst zu suchen, sondern bei denen, die wegen der Papstkirche von Gott nichts mehr wissen wollten. Die biblische Lehre von der Liebe Gottes wurde bitter und führte dazu, dass immer weniger Menschen das wahre Licht kannten. So ging das Licht über denjenigen aus, die dringend die Heilsbotschaft gebraucht hätten. Statt Liebe, Vergebung, Barmherzigkeit und Freundlichkeit sahen sie in der Kirche nur Macht, Korruption und Prunk. Wenn das, was sie sahen, Gottes Reich auf Erden sein sollte - wie die päpstliche Kirche ja gern von sich behauptet -, so wollten die Menschen mit diesem Gott lieber nichts zu tun haben.

Der Grundstein für die Renaissance, die später folgende französische Revolution (vgl. Offenbarung 11) und den Atheismus war gelegt.

 
Offenbarung 8,13 Und ich sah, und ich hörte, wie ein Adler mitten durch den Himmel flog und sagte mit großer Stimme: Weh, weh, weh denen, die auf Erden wohnen wegen der anderen Posaunen der drei Engel, die noch blasen sollen!
 
  Johannes sah jetzt nicht, wie an anderen Stellen, einen Engel mitten durch den Himmel fliegen, sondern einen Adler. Ein Adler vielleicht deshalb, weil in den kommenden Posaunen, die dramatisch sein würden, Gott sein Volk beschützt:

5. Mose 32,9-11 Denn des HERRN Teil ist sein Volk, Jakob ist sein Erbe. Er fand ihn in der Wüste, in der dürren Einöde sah er ihn. Er umfing ihn und hatte acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt, so breitete er seine Fittiche aus und nahm ihn und trug ihn auf seinen Flügeln.

Hinweis: Auch wenn in manchen Bibeln Engel steht, so steht im griechischen Grundtext Adler und nicht Engel.

Die letzten drei Posaunen werden ab Offenbarung 9 behandelt.