Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und
sprach: Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt,
mit der die Könige auf Erden Hurerei getrieben haben; und die auf
Erden wohnen, sind betrunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.
Einer der sieben Engel, die in Offenbarung 15/16 die sieben letzten Plagen
ausgießen, kommt nun zu Johannes, um ihm das Gericht über die Hure zu zeigen. Von daher wollen wir nun anhand der
Bibel überlegen, wer oder was die Hure ist. Betrachten wir dazu folgenden Text:
2. Korinther 11,2 Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen
Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte.
Eine reine Jungfrau stellt also symbolisch die Gemeinde Jesu dar. In Offenbarung 12
wird die wahre Gemeinde Jesu sogar als Frau mit der Sonne bekleidet dargestellt. Wenn nun die reine Frau die
Gemeinde Gottes darstellt, dann muss es sich bei der Hure um das Gegenteil, also um eine abgefallene Gemeinde handeln, die nicht mehr
allein Jesus als ihrem Bräutigam folgt. Im Alten Testament wurde der Begriff Hure oft für das Volk Israel gebraucht,
wenn es Gott untreu war (vgl. Hes 23,2-21).
Da nach Offenbarung 17,15 Wasser ein Symbol für Völker sind, folgt daraus, dass diese abgefallene Gemeinde oder Kirche
in vielen Ländern vertreten ist. So wie das alttestamentliche Babylon am Euphrat lag, so liegt auch das geistliche Babylon an vielen Wassern.
Eine weitere Eigenschaft Babylons ist nun die, dass die Könige auf Erden mit ihr Hurerei treiben. Die abgefallene Gemeinde
geht folglich eine verbotene Verbindung zwischen Kirche und Staat ein. Sie versucht nicht, ihrem Herrn und Erlöser zu folgen,
sondern sucht weltlichen Beistand, um ihre Ziele zu verwirklichen. Der Wein ihrer Hurerei stellt dabei die Lehren dar, mit
der sie die Menschen auf Erden betrunken macht und somit verführt.
Hinweis: Bei dem hier erwähnten Gericht geht es nicht so sehr um das ausgeführte
Gericht, sondern viel mehr um die Gerichtsakten, die zur Verurteilung führen. Das im Griechischen an dieser
Stelle verwendete Wort "krima" bedeutet im Grundtext u. a. "Urteilsbegründung" und deshalb zeigt
Kapitel 17 die Schandtaten der Hure auf, die zu ihrer Verurteilung führen.
Offenbarung 17,3-6
Und er brachte mich
im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das war
voll lästerlicher Namen und hatte sieben Häupter und zehn Hörner. Und die Frau
war bekleidet mit Purpur und Scharlach und geschmückt mit Gold und Edelsteinen und Perlen
und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll von Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei,
und auf ihrer Stirn war geschrieben ein Name, ein Geheimnis: das große Babylon, die
Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. Und
ich sah die Frau, betrunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blut
der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, als ich sie sah.
Nun führt der Engel Johannes im Geist in die Wüste. Er zeigt ihm die Hure, wie sie auf einem Tier sitzt.
Da die Wüste ein Ort der Gefahren mit lebensbedrohlichen Bedingungen darstellt, können wir davon ausgehen, dass die Hure auf dem
Tier für das Volk Gottes gefährlich ist.
Hinweis: Die Wüste ist der symbolische Ort der Prüfung, der Schwierigkeit, der Versuchung: Jesus in der Wüste
der Versuchung für 40 Tage, das Volk Israel in der Wüste der Schwierigkeit für 40 Jahre, Mose in der Wüste für 40
Jahre, wo er alles zurücklassen musste, was er in Ägypten gelernt hatte, um Gott nützlich sein zu
können und Gottes Volk zu führen.
Die Frau ist bekleidet mit Purpur und Scharlach und ist mit Gold und Edelsteinen geschmückt. Die Farbe scharlachrot ist
z. B. nach Jesaja 1,18 eine Farbe für die Sünde, so wie in
Offenbarung 12,3 Satan, der Urheber der Sünde, als roter Drache dargestellt ist. Der Purpur, das Gold, die
Perlen und die Edelsteine deuten auf das königliche Gepränge und den Stolz dieser abgefallenen Kirche hin. Das Ablegen von Schmuch ist in der Bibel z. B. nach
2. Mose 33,4 ein Symbol für Demut. Diese Kiche allerdings stellt sich nicht unter den Willen Gottes.
Der goldene Becher, den die Hure in der Hand hält und den sie der Welt anbietet, stellt die falschen Lehren dar,
mit denen sie ihre Ziele erreichen will. Freundschaft mit der Welt verdirbt immer den Glauben
und übt ihrerseits einen verderblichen Einfluss auf die Welt aus. Da Lehren verbreitet werden, die den deutlichsten
Aussagen der Bibel widersprechen, wird den Menschen der Zugang zu ihrem Erlöser verwehrt. Es ist die Zeit, in der die Menschen
gelehrt werden, ihren Glauben mehr auf die Glaubensbekenntnisse und die Satzungen ihrer Kirche zu gründen, als auf das Wort Gottes.
Äußerlich sind es anziehende Lehren, so wie der goldene Becher, von außen betrachtet, anziehend wirkt. Doch im Inneren befinden
sich nur Greuel und Unreinheit ihrer Hurerei.
Hinweis: Das griechische Wort für Kelch und Becher ist ein und dasselbe Wort. Während Christen beim Feiern des Abendmahls sich bewusst machen, dass ihre Erlösung einzig und
allein von Jesus abhängt, kann der goldene Becher auch ein Hinweis dafür sein, dass die Hure den Menschen ein anderes Evangelium anbietet: Selbsterlösung durch Werke. Sie ist stolz auf
ihr Tun und nicht dankbar für die Gnade Gottes in Jesus Christus.
Was hat es aber mit dem Namen "Babylon" auf sich, der auf ihrer Stirn steht?
Das alttestamentliche Babylon hatte seinen Anfang in der Stadt Babel. Beim Turmbau zu Babel wollten sich die Menschen
von Gott unabhängig machen und sich gegen ihn auflehnen. Doch Gott griff ein und verwirrte ihre Sprachen. In
Jesaja 13,18-22 wird vorhergesagt, dass diese Stadt zerstört und nie wieder aufgebaut werden würde. Da diese
Stadt wie vorhergesagt bis heute nicht mehr aufgebaut wurde, kann es sich also bei dem hier erwähnten Babylon
nicht um das alttestamentliche Babylon handeln.Im Neuen Testament taucht der Begriff erstmals hier auf:
1. Petrus 5,13 Es grüßt euch aus Babylon die Gemeinde, die mit euch auserwählt ist ...
Man geht davon aus, dass Petrus die Stadt Rom als Babylon bezeichnete, um sich vor etwaigen Verfolgern zu schützen.
Ansonsten kommt der Begriff Babylon nur noch in der Offenbarung vor und dort steht er für die abgefallenen Gemeinden. Darum wird
es auch als das "große Babylon" bezeichnet. Babylon wird in der Bibel angewandt, um die verschiedenen Formen
falscher oder abgefallener Religion zu bezeichnen.
In der Zeit des Mittelalters war Babylon ein Sinnbild für das päpstliche Rom. Mit königlichem Gepränge stellte Rom
seine Macht zur Schau und verfolgte alle Andersgläubigen, die sich nicht den Lehren Roms und seinen Bräuchen beugen
wollten. So wurde schon damals die Hure Babylon trunken vom Blut der Heiligen und der Zeugen Jesu.
Hinweis: Schon Ende des 12. Jhdt deutete Joachim von Fiore das symbolische Babylon auf das päpstliche Rom.
Auch der römische Dichter Dante stellt die römische Kirche in der "Göttlichen Komödie" als unzüchtiges Weib dar.
Die Bibel geht aber noch einen Schritt weiter und nennt Babylon die Mutter aller Greuel auf Erden. Was hat das
zu bedeuten?
Wenn wir 1. Mose 4 anschauen, so war schon der erste Mord auf Erden zwischen Kain und Abel eine Folge religiöser
Auseinandersetzungen. Durch
die Sünde Adams und Evas im Paradies wurden die Menschen aus dem Paradies vertrieben und standen fortan unter der
Macht des Todes. Die einzige Rettung, die wir Menschen seit dem Sündenfall haben, ist die, dass ein Stellvertreter
die Schuld und die Strafe für unsere Übertretungen des Gesetzes Gottes auf sich nimmt. Sogleich nach dem Sündenfall wurde der von Gott
ersinnte Erlösungsplan in Kraft gesetzt. Dieser Erlösungsplan sieht vor, dass sich der
Sohn Gottes, der Schöpfer und Erhalter aller Dinge (vgl. Jesus als Schöpfer),
stellvertretend für die Sünden der ganzen Menschheit opfern würde. Um auf dieses große Opfer hinzudeuten, wurden
Tieropfer eingeführt. Diese Tieropfer sollten den Menschen verdeutlichen, dass der einzige Weg zurück zu Gott nur über das Lamm Gottes
geht, das der Welt Sünde trägt. Später ging daraus der alttestamentliche Heiligtumsdienst hervor (vgl.
Das himmlische Heiligtum). Kain wollte nun diesen Weg der Erlösung nicht gehen,
sondern wollte sich lieber selbst erlösen, indem er die Früchte seiner Arbeit opferte und nicht das von Gott verlangte
Opfertier darbrachte, das sinnbildlich auf den zukünftigen Erlöser am Kreuz verweisen sollte. In der Folge ermordete
er seinen eigenen Bruder. Es war der Beginn des Kampfes zwischen
den Menschen, die sich selbst erlösen und ihren eigenen Weg gehen und denen, die sich auf Gott und
das von ihm bestimmte Opfer verlassen wollen.
Eine wichtige Frage lautet nun, ob Babylon nur das Papsttum versinnbildlicht oder noch für etwas anderes steht?
Offenbarung 14 enthält die Drei-Engels-Botschaft,
die seit 1844 n. Chr. verkündet wird. Der zweite Engel warnt dabei in Offenbarung 14,8 das Volk Gottes vor dem Fall Babylons. Wenn Babylon nur
für das päpstliche Rom stehen würde, dann müsste die Warnung vor dem Fall Babylons bereits früher erfolgt sein,
denn Rom ist schon viel früher gefallen. Dies ergibt sich aus der Beschreibung des ersten Tieres aus Offenbarung 13.
Da das Papsttum schon zur Zeit des Mittelalters aufgrund seiner heidnischen Elemente gefallen war, der Fall Babylons aber erst seit 1844 n. Chr. verkündigt wird, kann sich Babylon nicht allein auf Rom
beziehen!
Babylon wird der Sünde der gesetzeswidrigen Verbindung mit den "Königen auf Erden" angeklagt. Durch das Abweichen vom
Herrn und die Verbindung mit den Heiden wurde die jüdische Gemeinde zu einer Hure. Rom, das auf gleiche Weise
von der Bibel abwich, indem es die Unterstützung der weltlichen Mächte suchte, empfängt das gleiche Urteil. Babylon wird
die Mutter der Hurerei genannt. Im Grundtext heißt es sogar Mutter der Huren. Unter den Töchtern müssen demnach Kirchen zu verstehen sein, welche an ihren
Lehren und Überlieferungen festhalten und dem Beispiel Roms folgen, indem sie die biblische Wahrheit verlassen,
um eine gesetzwidrige Verbindung mit der Welt zu schließen. Die Botschaft von Offenbarung
14,8, welche den Fall Babylons verkündigt, muss auf religiöse Gemeinschaften Anwendung haben, die einst rein
waren, nun aber abgefallen sind. Da diese Botschaft im Anschluss an die Warnung vor dem Gericht folgt, muss sie in den letzten
Tagen verkündigt werden, und kann deshalb nicht allein auf das päpstliche Rom Bezug haben, denn dieses war schon
seit vielen Jahrhunderten in einem gefallenen Zustand.
Die heutige Zeit zeigt deutlich, wie sich diese Prophezeiung in der Ökumene (= Zusammenschluss der christlichen Kirchen) und im Synkretismus (= Vermischung von Religionen) erfüllt.
Dogmen trennen - Liebe vereint. Die biblischen Wahrheiten scheinen für viele christliche Kirchen keine Rolle mehr zu spielen. Viele der protestantischen Kirchen folgen Roms
Beispiel der ungesetzlichen Verbindung mit "den Königen der Erde". Die Staatskirchen durch ihre Beziehung zu den weltlichen Regierungen, und andere Gemeinschaften dadurch,
dass sie die Gunst der Welt suchen. Der Ausdruck Babylon (= Verwirrung) kann mit Recht auf diese Gemeinschaften
angewandt werden, da alle bekennen, ihre Lehren der Bibel zu entnehmen und doch in fast unzählige Sekten
zersplittert sind mit weit voneinander abweichenden Glaubensbekenntnissen und Theorien.
Hinweis: Gerade das Projekt "Weltethos" zeigt ganz deutlich, wohin die Welt steuert. Es wird versucht, eine Einheit der Religionen auf Grundlage des kleinsten gemeinsamen Nenners zu schaffen.
Aber Einheit auf Kosten der Wahrheit ist genau das Gegenteil von dem, wofür Jesus gebeten hat. Christus möchte die Einheit in der Wahrheit!
Gehen wir noch kurz auf die Verfolgung der Heiligen und der Zeugen Jesu ein.
Von Babylon wird behauptet, dass es die Nachfolger Jesu verfolgt. In Offenbarung 13,7 und
Daniel 7,25 wird das päpstliche Rom als eine Macht beschrieben, die
das Volk Gottes verfolgt. Das mittelalterliche Babylon erfüllte also diese Eigenschaft. Auch das endzeitliche
Babylon wird dies erfüllen, da in Offenbarung 13,15 eine religiös-politische
Machtstruktur beschrieben ist, die am Ende dafür sorgen wird, dass alle, die an den Geboten Gottes festhalten, getötet
werden sollen (vgl. Das Malzeichen des Tieres). Es ist der Kampf am Ende der Zeit, bei
dem Satan alle weltlichen Mächte und alle gefallenen
Religionen mobilisieren wird, um gegen die Nachfolger Jesu vorzugehen. Der Zusammenschluss aller Religionen zu einer
Welteinheitsreligion unter dem Vorsitz des Papsttums und der Zusammenschluss aller weltlichen Mächte zu einer Art
neuen Weltordnung wird bis dahin abgeschlossen sein.
Betrachten wir nun das Tier, auf dem die Hure sitzt oder das die Hure trägt.
Nach Daniel 7,23 stellt ein Tier in der Prophetie eine politische Macht dar. An dieser Stelle aber
erfahren wir lediglich, dass dieses Tier lästerliche Namen und sieben Häupter und zehn Hörner hat. Im weiteren Verlauf
des Kapitels wird aber diese Macht sehr genau beschrieben. Im Moment beschränken wir uns darauf, dass dieses Tier
ein ähnliches Aussehen hat, wie das erste Tier aus Offenbarung 13. Während das eine
Tier gekrönte Hörner hat und lästerliche Namen auf den Häuptern, verfügt dieses Tier hier über keine Kronen, ist
dafür aber voll lästerlicher Namen.
Offenbarung 17,7.8
Und der Engel sprach
zu mir: Warum wunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tieres,
das sie trägt und sieben Häupter und zehn Hörner hat. Das
Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist jetzt nicht und wird
wieder aufsteigen aus dem Abgrund und wird in die Verdammnis fahren. Und es werden
sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des
Lebens vom Anfang der Welt an, wenn sie das Tier sehen, daß es gewesen ist, und jetzt
nicht ist und wieder sein wird.
Das Tier oder die weltliche Macht scheint vier Phasen zu haben:
- es war
- ist nicht
- wird wieder aufsteigen
- wird in die Verdammnis fahren.
Da das Tier gewesen ist und wieder aufsteigen wird, bekommt Johannes dieses Tier zu der Zeit
zu Gesicht, als es nicht ist. Der Engel spricht also zu einer Zeit, als das Tier noch nicht aus dem Abgrund
aufgestiegen ist.
Zu diesem Tier gibt es nun verschiedene Auslegungen. Einige deuten das Tier symbolisch auf alle je existierten Weltreiche
dieser Erde. Manche sehen in dem Tier sowohl das heidnische, als auch das päpstliche Rom verwirklicht. Wieder andere
sehen darin nur das päpstliche Rom und das noch entstehende Bild der Tieres. Um zu erkennen, was dieses Tier genau symbolisiert,
wollen nun versuchen, das Tier zeitlich einzuordnen.
Da die Hure auf dem Tier sitzt, muss das Tier zur selben Zeit wie die Hure existieren. Wir haben gesagt, dass Babylon ein Symbol
für das Papsttum ist und dass es am Ende auf alle gefallenen Gemeinden angewendet werden muss. Somit existiert das Tier bereits
seit 538 n. Chr., da in diesem Jahr die Vorherrschaft des Papsttums in Europa begann. Des Weiteren ist es ja so, dass die Hure
auf dem Tier eine Verbindung von Kirche und Staat darstellt. Somit ist das Tier lediglich ein Symbol für den weltlichen Teil
dieser religiös-politischen Verbindung. Zur Zeit des Mittelalters waren es die europäischen Königshäuser, die das Papsttum für seine Zwecke missbrauchte.
Am Ende werden es die Regierungen der ganzen Welt sein, die gemeinsame Sache mit den gefallenen Kirchen machen werden, um deren
Ziele durchzusetzen.
Betrachten wir nun das Ereignis des Aufstiegs des Tieres aus dem Abgrund.
Das griechische Wort abyssos, das an dieser Stelle mit Abgrund übersetzt wird, bedeutet leere, finster, wüst oder
einfach nichts. Nun ist es ja so, dass in Offenbarung 11,7 ebenfalls ein Tier aus
dem Abgrund erwähnt wird:
Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt,
mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten.
Wir haben gesehen, dass dieses Tier in Verbindung mit der französischen Revolution am Ende des 18. Jhdt und dem Aufkommen des
Atheismus steht. Aber außer der Eigenschaft, dass beide Tiere aus dem Abgrund kommen, nennt die Bibel uns keine weitere
Gemeinsamkeiten. Von daher ist es eher fraglich, ob diese Tiere in direkter Verbindung stehen.
Geschichtliche Tatsache aber ist, dass zur Zeit der päpstlichen Vorherrschaft in Europa eine Verbindung von Kirche und
Staat vorhanden war. Die Hure saß also auf dem Tier. Im Jahre 1798 n. Chr. wurde der Papst von Napoleon abgesetzt, das 1. Tier aus
Offenbarung 13 erhielt somit seine tödliche Wunde und die Vorherrschaft des Papsttums war zu Ende.
Die Hure saß nicht mehr auf dem Tier, und somit war das Tier nicht.
Die Bibel sagt aber voraus, dass eine Verbindung von Kirche und Staat wieder aufkommen wird. Die Hure wird wieder auf dem Tier
sitzen. In Offenbarung 13,13 wird dies durch das Bild des Tieres angedeutet und in
Daniel 2,43 durch das Bündnis von Eisen und Ton. Was die Verdammnis des Tieres angelangt,
so wird dies nach Vers 14 bei der Wiederkunft Jesu geschehen. Dieses Ereignis wird dem Tier ein Ende bereiten.
Offenbarung 17,9.10
Hier ist Sinn, zu dem Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind
sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige.
Fünf sind gefallen, einer ist da, der andre ist noch nicht gekommen;
und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben.
Der Engel geht nun her, Johannes die sieben Häupter zu erklären. Die erste Erklärung besagt, dass die Häupter für sieben Berge stehen. Da der Engel selbst schon die Deutung gibt, müssen wir die Berge
nicht mehr deuten. Die sieben Berge deuten auf Rom, das auf sieben Hügeln erbaut wurde. Auch hier wieder ein deutlicher Hinweis, dass es sich bei der Frau in erster Linie um die römische Kirche handelt,
denn die Frau sitzt auf den sieben Bergen - die Frau sitzt auf Rom!
Die sieben Häupter sollen aber auch für sieben Könige stehen. Auch hierfür gibt es mehrere Erklärungsversuche. Manche
Ausleger sehen in den sieben Königen die verschiedenen Weltreiche beginnend bei Babylon oder Ägypten. Andere sehen darin die verschiedenen Regierungsformen Roms. Da das Papsttum aber nie auf Babylon,
oder auf dem heidnischen Rom saß, sind diese Erklärungen etwas unzureichend. Von daher macht es durchaus Sinn, die Zahl 7 symbolisch zu verstehen. Da eine eindeutige Zuordnung derzeit schwer möglich ist, sehe ich in den sieben Häuptern eher eine symbolische Anzahl von weltlichen Mächten, die eine Verbindung mit der Kirche eingegangen sind. Die lästerlichen Namen des Tieres würden dies ebenfalls bestätigen.
Fünf dieser Könige sind bereits zur Zeit der tödlichen Wunde gefallen, was soviel bedeutet, dass der verhältnismäßig größere Anteil an Königen schon
in der Vergangenheit liegt. Wenn das Tier dann aus dem Abgrund aufsteigt, wenn es also wieder eine Verbindung von Kirche und Staat
geben wird, dann wird der andere kommen, der eine kleine Zeit bleiben muss. Diese "kleine Zeit" steht sehr wahrscheinlich für
einen begrenzten, endlichen Zeitraum, so
wie in Offenbarung 12,12 die "wenige Zeit" für das Wirken Satans bis zur Wiederkunft Jesu begrenzt ist. Zumindest verwendet Johannes an beiden Stellen das gleiche griechische Wort.
Offenbarung 17,11-14
Und das Tier, das gewesen ist und jetzt nicht ist, das ist der achte und
ist einer von den sieben und fährt in die Verdammnis. Und die zehn
Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die ihr
Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für
eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier. Diese sind eines
Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier. Die werden gegen das
Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der
König aller Könige, und die mit ihm sind, sind die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen.
Diese Stelle wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend. Im Grundtext hat der achte keinen bestimmten Artikel,
was soviel bedeutet, wie dass das Tier jetzt nicht auf einmal 8 Häupter hat. In Offenbarung 12
wird Satan als großer, roter Drache beschrieben, der Häupter und Hörner hat. Diese Häupter und Hörner stehen für das heidnische Rom,
durch das Satan Einfluss auf die Geschichte der Menschheit nahm. Wenn nun dieser achte das Tier selber ist und einer der
Häupter, so können wir auch hier ziemlich sicher sagen, dass dieser achte König ein Symbol für Satan ist. Er scheint die eigentliche
Kraft zu sein, die hinter diesem Tier steht und er missbraucht es für seine Zwecke.
Kommen wir nun zu den Hörnern.
Wie oben schon erwähnt, sieht Johannes das Tier, als es nicht ist. Zu diesem Zeitpunkt sollen die 10 Hörner ihr Reich aber noch
nicht empfangen haben. Es kann sich also deshalb bei den zehn Hörner nicht um die zehn Hörner aus Daniel
7 handeln, da drei dieser Hörner bereits im 6. Jhdt ausgerissen wurden und demnach ihre Macht nicht mehr empfangen können.
Die Hörner sollen aber zusammen mit dem Tier für eine Stunde Macht bekommen, eines Sinnes sein und ihre Kraft und Macht dem
Tier geben, um dann gegen den König aller Könige und Herr aller Herren zu kämpfen. Zuerst wollen wir dieses Ereignis
wieder zeitlich einordnen und dazu betrachten wir folgenden Text:
Offenbarung 19,11.15.16 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß:
Treu und Wahrhaftig ... und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,
und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller
Herren.
Diese Szene beschreibt die Wiederkunft Jesu, bei der er seine priesterlichen Gewänder ablegen und als König aller
Könige auf die Erde wiederkommen wird. Er wird kommen, um sein Volk aus der Bedrängnis zu befreien. Es ist die Zeit, in der eine
solch große Trübsal sein wird, wie sie nie gewesen ist auf Erden und auch nie wieder sein wird
(vgl. Daniel 12). Es ist die Zeit, in der alle, die an den Geboten Gottes festhalten,
getötet werden sollen. Doch Jesus wird sich für sein Volk aufmachen, um es zu befreien.
Dass die Könige auf Erden, symbolisiert durch die Hörner, dem Tier die Macht geben, bedeutet, dass es ein riesiges,
weltweites Bündnis aller Staaten auf Erden geben wird, die sich mit dem Tier verbinden werden, um dann eine religiös-politische
Weltregierung zusammen mit den gefallenen Kirchen aufzurichten. Die Kirchen haben sich in Babylon vereint und die Regierungen
dieser Erde vertrauen dem Tier - Rom. Gemeinsam haben sie das Ziel, gegen Jesus Christus zu kämpfen, indem sie seine Jünger verfolgen. Aber die Bibel sagt voraus,
dass Jesus sie alle überwinden wird:
Offenbarung 6,15 Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen
und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und
Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des
Lammes!
Hinweis: Der griechische Ausdruck für "eine Stunde" mian horan kommt im Neuen Testament mehrfach vor
(z. B. Matthäus 14,15; Matthäus. 18,1; Lukas 2,38) und hat dabei verschiedene Bedeutungen.
Unter Berücksichtung der griechischen Grammatik wird es wohl "zur gleichen Zeit" bedeuten. Dieses weltweite Bündnis aller Staaten wird
sehr wahrscheinlich auf einmal stattfinden.
Offenbarung 17,15-17
Und er sprach zu
mir: Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker
und Scharen und Nationen und Sprachen. Und die zehn Hörner, die
du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden
sie ausplündern und entblößen und werden ihr Fleisch essen und werden
sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat's ihnen in ihr Herz gegeben, nach seinem Sinn
zu handeln und eines Sinnes zu werden und ihr Reich dem Tier zu geben, bis vollendet
werden die Worte Gottes.
Zu Beginn des Kapitels scheint eine
Harmonie zwischen dem Tier, den Hörnern und der Hure zu bestehen. Vers 13 berichtet sogar, dass die Hörner
dem Tier ihre Macht geben und eines Sinnes sind. Beeinflusst von den Lehren Babylons machen sie gemeinsame Sache
mit dieser Hure, um gegen das Volk Gottes und damit gegen Gott zu kämpfen. Doch durch die Wiederkunft Jesu scheint
plötzlich ein Wandel einzutreten. Auf einmal scheinen sich die weltlichen Mächte gegen Babylon zu wenden, um ihr Fleisch
zu essen, d. h. es einzunehmen und es zu vernichten. Sie werden Babylon ausplündern und entblößen und mit Feuer verbrennen.
Es ist das Gericht Gottes, dass über Babylon ergehen wird und in Offenbarung 18 beschrieben ist,
da Gott es in ihr Herz eingegeben hat.
Hinweis: Schon oft hat Gott in der Geschichte bestimmte Völker benutzt, um andere zu richten. Wenn sich Israel durch ihren Götzendienst von Gott entfernte, so vollstreckten die Babylonier oder die Assyrer das Gericht Gottes an ihnen.
Getäuscht durch die Lehren Babylons, die nur Verwirrung unter den Menschen anrichten, hatten sich die Könige auf Erden
dazu verleiten lassen, Satans Einflüsterungen zu gehorchen, um gegen die vorzugehen, die Jesus treu sind und seine
Gebote halten (vgl. Der Ruhetag Gottes). Als Jesus nun einschreitet, um sein Volk zu retten, werden die
Menschen erkennen, dass sie von den abgefallenen Kirchen getäuscht wurden. Zu spät erkennen sie, was es wirklich heißt, Gott treu
zu sein. Sie werden erkennen, dass sie verloren sind und darum werden sie ihren ganzen Hass gegen die religiösen Führer richten,
die sie mit ihren Lehren betrunken gemacht und somit ins Verderben geführt haben.
Hinweis: Diese religiös-politische Weltregierung am Ende der Zeit wird auch im Standbild von Daniel
2 durch das Bündnis zwischen Eisen und Ton dargestellt. Auch da gilt, dass sie nicht aneinander festhalten werden. Der Stein wird kommen und das Standbild zermalmen.
Offenbarung 17,18
Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft
hat über die Könige auf Erden.
Zum Abschluss gibt der Engel noch die
Deutung der Frau. Sie ist die große Stadt, das große Babylon, welches die Herrschaft über die Könige auf Erden
hat. Es ist die große Stadt, die in der siebten Plage in drei Teile zerbrechen wird. Im Mittelalter herrschte die
Kirche über den Staat und am Ende der Zeit werden die Religionen dieser Erde die Regierungen derart beeinflussen,
dass ihre Ziele durchgesetzt werden. Doch Jesus Christus wird Sieger bleiben und ein Reich aufrichten, dass nie mehr
zerstört wird.