Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend,
die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben auf
ihrer Stirn. .. Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den
vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen
außer den Hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der
Erde. Diese sind's, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie
sind jungfräulich; die folgen dem Lamm nach, wohin es geht. Diese
sind erkauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm,
und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.
Offenbarung 14 bildet zusammen mit Offenbarung 12 und
Offenbarung 13 eine Einheit, bei der es um den großen Kampf
zwischen Licht und Finsternis geht.
In Kapitel 13 ist beschrieben, wie am Ende dieses Kampfes
alle gottfeindlichen Mächte dieser Erde sich gegen das Volk Gottes wenden. Johannes stellte sich dabei sicherlich die Frage, ob die Nachfolger Jesu diesen Angriffen
gewachsen seien. Im nächsten Schritt sah Johannes dann in einer Vision die Schar der
144000, die bereits
in Offenbarung 7 als diejenigen vorgestellt wurden, die
die letzten Angriffe Satans überstehen und die Wiederkunft Jesu miterleben werden.
Während in Kapitel 7 sich die 144000 noch als Versiegelte auf der Erde befinden, stehen
sie nun auf dem Berge Zion neben dem Lamm, ein Symbol für Jesus Christus. Damit wird
schon vorhergesagt, dass trotz aller Angriffe Satans am Ende der Zeit, alle, die an Jesus
glauben und ihm im Gehorsam nachfolgen, siegreich bleiben werden, weil Jesus ihnen diesen
Sieg geschenkt hat.
Das Lied, das niemand außer den 144000 lernen kann, ist ein Lied des Sieges und der Erfahrung,
denn nur die 144000 werden durch die große Trübsal gehen (vgl.
Offenbarung 7,13) und werden während der sieben letzten
Plagen (vgl. Offenbarung 15/16) bewahrt bleiben.
Hinweis: Nähere Informationen über die hier genannten Merkmale der 144.000 und was sie bedeuten finden
Sie unter "Die 144000".
Offenbarung 14,6
Und ich sah einen anderen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte
ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf Erden wohnen,
allen Nationen und Stämmen und Sprachen und Völkern.
Nachdem Johannes den Sieg der 144000
gesehen hatte, sieht er nun nacheinander drei Engel mit gewaltigen Botschaften für die
Menschen mitten durch den Himmel fliegen.
Der erste Engel hat dabei ein ewiges Evangelium zu verkündigen, das die Menschen auf Erden
zur Nachfolge aufruft.
Was ist das Evangelium und warum ist es ewig?
Das Evangelium (= frohe Botschaft) ist das Angebot Gottes an uns Menschen und handelt von
dem großen Erlösungsplan, den Gott schon vor Grundlegung unserer Welt verfasst hat (Eph.
1,4):
Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war ..
Diese frohe Botschaft ist nun seit Adam und Eva die einzige Hoffnung auf Erlösung. Während
die Sünde im Paradies Einzug hielt und so die Menschen von ihrem Schöpfer trennte, bestand
die einzige Hoffnung darin, dass Gott einen Erlöser in die Welt schicken würde, der die
Strafe für unsere Übertretung tragen würde.
Der Plan Gottes zur Erlösung der Menschen, der durch den alttestamentlichen Heiligtumsdienst
sinnbildlich dargestellt wurde (vgl. Das himmlische Heiligtum), sah
vor, dass Gott selbst die Strafe tragen sollte. Darum wurde der Sohn Gottes in Jesus Christus Mensch (vgl.
Die Gottheit Jesus Christus) und trug unsere Sünden am Kreuz von
Golgatha (2. Kor. 5,19):
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und
rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der
Versöhnung.
Hinweis: Während Religion der Versuch des Menschen ist, durch eigene Leistungen, seien
es Bußübungen oder besondere Opferungen, die Erlösung zu erlangen, ist Evangelium das
Handeln Gottes, um den Menschen zu erlösen.
Wer nun erkennt, mit welcher Liebe Gott seine Geschöpfe liebt und auf welche wundersame Weise
er die Erlösung für sie bewirkt hat, der möchte in die Nachfolge Jesu eintreten und aus Liebe
zu seinem Gott und zu seinem Erlöser seinen Geboten gehorsam sein, um ihm damit die höchste Ehre zu
geben.
Diese frohe Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus muss allen Völkern, Sprachen und
Nationen verkündet werden, denn so sagte es Jesus selbst in Mt. 24,14:
Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen
Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen.
Somit ist der erste Engel ein Symbol für die Gemeinde Jesu, die von ihrem Herrn und Erlöser
selbst den Auftrag erhalten hat, das Evangelium in die ganze Welt zu tragen.
Offenbarung 14,7
Und er sprach mit großer Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die
Ehre; denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den,
der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!
Die Botschaft des ersten Engels fordert die Menschen zu einer Entscheidung für Gott auf. Viele Menschen haben
die Botschaft noch nicht gehört oder sind noch unentschlossen in ihrer Nachfolge. Doch so lange
die Gnadenzeit währt, kämpft Gott um jeden einzelnen Menschen und bietet
ihm Erlösung durch Jesus Christus an. Schon dem Propheten Joel hat Gott gezeigt, dass sich die
Menschen am Ende der Zeit entscheiden müssen (Joel 4,14):
Es werden Scharen über Scharen von Menschen sein im Tal der
Entscheidung; denn des HERRN Tag ist nahe im Tal der Entscheidung.
Entscheidend an dieser Stelle ist, dass Gott zwar Dinge von uns fordert, aber nur, weil
er uns zuvor Erlösung geschenkt hat. Erst kommt die Botschaft des Evangeliums und dann erst
die Forderungen Gottes. Wie schon im Alten Testament hat Gott zuerst das Volk Israel aus
Ägypten befreit und erst dann hat er ihnen die 10 Gebote gegeben. Gott schenkt eben erst, bevor
er Gehorsam erwartet.
Was bedeutet es, Gott zu fürchten und ihm die Ehre zu geben?
Nun, es bedeutet ganz sicher nicht, dass wir uns vor Gott fürchten sollen im Sinne von "Angst haben",
denn in mehreren
Stellen in der Bibel kommt die Redewendung "Fürchtet euch nicht" vor. Wir müssen also in der
Bibel schauen, was es heißt, Gott zu fürchten. Es heißt:
5. Mose 10.12
In den Wegen des Herrn wandeln, ihm dienen und von ganzem Herzen lieben.
1. Mose 22,12
Gott ganz zu vertrauen, auch in Situationen, in denen wir Gottes Handlungsweise
nicht verstehen.
Gott fürchten bedeutet also nicht, Angst oder Furcht vor Gott zu haben oder ihm besonders viel
Ehrfurcht entgegen zu bringen, sondern es bedeutet ihm zu vertrauen
und ihn zu lieben. Es ist eine Reaktion oder eine Antwort auf seine Liebe zu uns Menschen. Wenn
wir Gott fürchten, dann geben wir ihm die Ehre. Wer in Demut vor seinem Gott wandelt und in allen
Dingen seines Lebens versucht, Gott den ersten Platz einzuräumen, der gibt damit
Gott die Ehre und "fürchtet seinen Gott".
Ein weiterer wichtiger Punkt, wie wir Gott die Ehre geben, steht in 1. Kor. 3,16.17:
Wißt ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in
euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben, denn der Tempel
Gottes ist heilig; der seid ihr.
Schon auf den ersten Seiten der Bibel erfahren wir, dass wir Geschöpfe Gottes sind (vgl.
Evolution gegen Schöpfung). Gott
hat uns seinen Geist gegeben, damit wir leben. Weil Gott uns nun durch den Geist am Leben
erhält, ist unser Körper ein Tempel des heiligen Geistes, denn der Tempel Gottes ist ein
Sinnbild für die Gegenwart Gottes (vgl. Das himmlische
Heiligtum).
Dadurch, dass unser Körper ein Tempel Gottes ist und wir ihn deshalb nicht verderben sollen, fordert
Gott uns zu einer gesunden Lebensweise auf. Dazu gehört eine gesunde Ernährung, Bewegung, reines Wasser
zur äußeren und inneren Anwendung, Sonnenschein, Mäßigkeit und Selbstkontrolle, frische Luft,
Entspannung und Ruhe, das Vermeiden von schädlichen Stoffen wie Koffein, Teein, Alkohol und Tabak und
es gehört natürlich Gottvertrauen dazu.
Hinweis: Was die gesunde Ernährung anbelangt, so steht z.B. in 3. Mose 11, welche
Tierarten Gott zum Verzehr für den Menschen vorgesehen hat und welche nicht. Da
Gott der Schöpfer allen Lebens ist und er natürlich will, dass wir leben, hat Gott uns in
seinem Wort mitgeteilt, welche Nahrung gesund ist und welche nicht. Allerdings ist zu bedenken, ob bei der
heutigen Tierhaltung und den vorhandenen Tierkrankheiten eine vegetarische Ernährung nicht vorzuziehen ist.
Zwar sind diese Vorschriften dem alten Israel gegeben worden, aber wenn Gott seinen Geschöpfen allgemeine
Ratschläge gibt, dann sollte man sie beachten. Die Hygienevorschriften aus dieser Zeit beachten wir doch auch,
ohne darüber nachzudenken (z.B. 4. Mose 19,16), zumal die Einteilung in reine und unreine Tiere schon bei der
Sintflut ihre Erwähnung findet.
Hinweis: Weil Gott weiß, dass der Mensch Ruhe benötigt, hat er in seiner grenzenlosen
Weisheit einen Tag geschaffen, an dem der Mensch zur Ruhe kommen und Gemeinschaft mit
seinem Schöpfer haben darf. Dieser Tag der Ruhe, den die Bibel Sabbat nennt, wurde von Gott
bereits im Paradies eingesetzt und ist auch heute noch das Angebot Gottes für uns Menschen
(vgl. Der Ruhetag Gottes).
Weiter fordert der Engel uns auf, den anzubeten, der Himmel und Erde erschaffen hat. Es geht
also um die Anbetung des Schöpfers, weil nur Gott Anbetung gebührt. In diesem Zusammenhang
hat Gott uns ein eigenes Gebot gegeben, das im Zusammenhang mit der Schöpfung steht (2. Mose
20,8-11):
Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du
arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines
Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht,
deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs
Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und
ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
Wenn es um Anbetung Gottes geht, geht es auch immer um die Beachtung des biblischen Ruhetages, des
Sabbats, der zum Gedenken an den Schöpfer von Gott selbst im Paradies eingesetzt wurde.
Hinweis: Weitere Informationen rund um den biblischen Sabbat erfahren Sie unter
"Der Ruhetag Gottes".
Kommen wir nun zu dem hier erwähnten Gericht. Was bedeutet es, dass die Stunde seines
Gerichts gekommen ist?
Während im heutigen Sprachgebrauch das Wort "Gericht" eher negativ besetzt ist, so stellt
es in der Bibel eine frohe Botschaft dar, weil es zur Rechtfertigung der Nachfolger Jesu dient. Da
die Bibel unmissverständlich lehrt, dass bereits vor der Wiederkunft Jesu ein Gericht im Himmel
stattfindet (vgl. Daniel 7,26), markiert die "Stunde des Gerichts"
den Zeitpunkt, an dem das himmlische Gericht beginnt. Wie in
Daniel 8,13 bereits dargelegt, hat das Gericht, welches die
zweite Phase des himmlischen Versöhnungsdienstes Jesu darstellt (vgl. Das
himmlische Heiligtum) bereits im Jahre 1844 n. Chr. begonnen, da in diesem Jahr die
Prophezeiung von den 2300 Abenden und Morgen endete. Seit dieser Zeit wird die
Drei-Engels-Botschaft auf der ganzen Welt verkündet und sie wird bis zur Wiederkunft Jesu Christi
verkündet werden.
Hinweis: Weitere Einzelheiten zum Gericht finden Sie unter "Das Gericht".
Offenbarung 14,8
Und ein zweiter Engel folgte, der sprach: sie ist gefallen, Babylon, die
große Stadt; denn sie hat mit dem Zorneswein ihrer Hurerei getränkt alle Völker.
Die zweite Engelsbotschaft, die natürlich in direktem Zusammenhang mit der ersten
Botschaft und dem Evangelium steht, warnt vor dem Fall Babylons. Es stellt sich
natürlich die Frage, was mit Babylon gemeint ist, nachdem das babylonische Reich
zur Zeit des Johannes schon lange untergegangen war.
In Offenbarung 17 wird Babylon als Frau mit den
folgenden Merkmalen dargestellt:
- Vers 1: Sie sitzt an vielen Wassern
- Vers 2: Sie treibt Hurerei mit den Königen auf Erden
- Vers 2: Sie macht die Menschen mit ihrem Wein betrunken
- Vers 4: Sie ist mit Purpur bekleidet
- Vers 5: Sie ist die Mutter aller Greuel auf Erden
- Vers 6: Sie ist betrunken von dem Blut der Heiligen
Wie schon in Offenbarung 17 ausführlich dargestellt, ist
Babylon ein Symbol für die Gemeinden, die von der reinen Lehre der Bibel abgefallen und
die nicht mehr allein Jesus nachfolgen, sondern eine verbotene Verbindung mit dem Staat oder
mit den Königen eingegangen sind (Staats- oder Landeskirchen) oder die Gunst der Welt suchen, um ihre Interessen durchzusetzen. Der
Zorneswein ihrer Hurerei stellt dabei die falschen Lehren dar, mit denen diese Kirchen
die Menschen verführen. Babylon ist somit ein Sinnbild für den Abfall innerhalb der
Christenheit.
Während der erste Engel eine Botschaft an alle Sprachen und Nationen hat, fehlt dieser Hinweis
bei dem zweiten Engel. Wir können daraus schließen, dass diese Botschaft an diejenigen
gerichtet ist, die Gott ehren und ihn fürchten. Gott stellt das Urteil über diese Gemeinden
aus. Dabei ist zu beachten, dass es eine Zeit geben wird, in der der Fall Babylons abgeschlossen
ist und Gott sein Volk, d.h. diejenigen, die ihn ehren und ihn fürchten, aus Babylon
heraus rufen wird (Offenbarung 18,1-4):
Danach sah ich einen andern Engel herniederfahren vom Himmel, der
hatte große Macht, und die Erde wurde erleuchtet von seinem Glanz. Und er rief mit mächtiger
Stimme: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die Große, und ist eine Behausung der
Teufel geworden .. Und ich hörte eine andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus
ihr, mein Volk ..
Während in Kapitel 14 Babylon lediglich gefallen ist, so wird sie bis zur Wiederkunft
Jesu, wie in Offenbarung 18 beschrieben,
zusätzlich noch eine Behausung der Teufel geworden sein. Dies wird sicherlich auf den zunehmenden
Spiritismus innerhalb der christlichen Kirchen zurückzuführen sein. Wie im Gleichnis von den
10 Jungfrauen wird dann der Ruf an Gottes Volk ergehen, Babylon zu verlassen (Mt. 25,6):
Um Mitternacht aber erhob sich lautes Rufen: Siehe, der Bräutigam
kommt! Geht hinaus, ihm entgegen!
So gehören alle Gemeinden, die die erste Engelsbotschaft
verworfen haben, zu Babylon. Doch das Volk Gottes, das sich noch immer in Babylon befindet,
wird, sobald der Ruf ertönt, dass der Bräutigam kommt, Babylon verlassen (vgl.
Der Spätregen).
Offenbarung 14,9-11
Und ein dritter Engel folgte ihnen und sprach mit großer Stimme: Wenn
jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Zeichen an seine
Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zornes Gottes trinken,
der unvermischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zorns, und er wird
gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und
vor dem Lamm. Und der Rauch von ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit
zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier anbeten
und sein Bild, und wer das Zeichen seines Namens annimmt.
Die dritte Engelsbotschaft warnt mit großer Stimme vor der Anbetung des Tieres und seines
Bildes. Dies führt uns direkt zurück zu Offenbarung 13, wo uns
diese Symbole ebenfalls begegnen.
Dort haben wir anhand biblischer Merkmale und geschichtlicher Daten herausgefunden, dass das
Tier eigentlich nur für das päpstliche Rom stehen kann, das leider eine von Satan getäuschte
Institution ist, und dass das Bild des Tieres nur für den abgefallenen Protestantismus
stehen kann, der in die Fußstapfen Roms treten wird.
In Offenbarung 13,15 schildert uns die Bibel, dass das Bild
des Tieres eines Tages dahin gehen wird, alle töten zu wollen, die es nicht anbeten. Das ist insofern
interessant, als dass eine Eigenschaft Babylons das Betrunkensein vom Blut der Heiligen ist.
Während im Mittelalter die Nachfolger Jesu unter den Verfolgungen durch das päpstliche Rom
zu leiden hatten, so werden sich kurz vor der Wiederkunft Jesu diese Verfolgungen durch
den abgefallenen Protestantismus, dem Bild des Tieres, wiederholen.
Was ist nun das Zeichen des Tieres und des Bildes?
Da die Drei-Engelsbotschaften eine Einheit bilden, muss das Zeichen des Tieres und des
Bildes etwas mit der Anbetung Gottes zu tun haben, denn man nimmt das Zeichen an, indem man
anstatt den Schöpfer das Tier anbetet. Da in der ersten Botschaft dazu aufgefordert wird,
wieder den Schöpfer anzubeten und in den nächsten Versen das Volk Gottes als diejenigen
beschrieben werden, die die Gebote Gottes halten, so ist das Zeichen des Tieres
der Sonntag, der das Zeichen der päpstlichen Autorität ist (vgl. Das
Malzeichen des Tieres).
Während Gott in seinem 4. Gebot (vgl. Die 10 Gebote) dazu
auffordert, des Sabbats zu gedenken (vgl. Der Ruhetag Gottes), so
hat das päpstliche Rom im Laufe der Zeit den Sabbat auf den Sonntag verlegt (vgl.
Zitate zum Sabbat). So halten heute auch viele Protestanten
einen Ruhetag, der weder in der Bibel begründet ist, noch die geringste Heiligkeit besitzt.
Doch Gott lässt sein Volk darüber nicht im Unklaren. Die Botschaften der drei Engel werden
um die ganze Welt gehen und die Menschen werden über die Bedeutung des biblischen Sabbats
aufgeklärt werden.
Hinweis: Beim Halten des Sabbats geht es nicht um Werkgerechtigkeit! Die Bibel lehrt
ganz deutlich, dass wir ohne Werke aus Gnade gerecht werden. Beim Sabbat geht es um die Frage
der Anbetung. Bete ich den Schöpfer an oder bete ich das Tier und sein Bild an. Doch die
Aufforderung der ersten Engelsbotschaft lautet:
Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre ... Und betet an den, der gemacht
hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserquellen!
Gott fordert auch in der dritten Botschaft zu einer Entscheidung auf. Wer dieser Aufforderung
nicht nachkommen möchte, obwohl Gott in Jesus Mensch wurde und für die Sünden der Menschheit
am Kreuz starb, wer sich nicht aus Dankbarkeit für seine Erlösung dem Willen Gottes unterordnen
und lieber weiter sündigen möchte, den wird der Zorn Gottes treffen.
Was ist unter dem Zorn Gottes zu verstehen?
Während die Bibel eine Geschichte über die Liebe Gottes zu uns Sündern erzählt, erwähnt sie doch
über 500 Mal den Zorn Gottes. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Gott nicht über einzelne Taten
zornig ist. Der Zorn Gottes richtet sich gegen diejenigen, die sein liebevolles Handeln ablehnen
und in Sünde verharren wollen. Da Gott es nicht zulassen kann, dass seine Schöpfung unter der Sünde
zu leiden hat, wird er die Sünde auslöschen müssen. In Offenbarung 15/16
sind die letzten sieben Plagen beschrieben, mit denen der Zorn Gottes vollendet ist. Wer
unbußfertig bleibt und das Gnadenangebot Gottes nicht annehmen will, den muss Gott vertilgen,
weil er eines Tages eine neue Erde aufrichten will (vgl. Offenbarung 21),
auf der es keine Sünde, kein Tod und kein Leid mehr geben wird.
Hinweis: Da Gott die Sünde ein für allemal austilgen wird und die Bibel verheißt, dass es auf
der neuen Erde keine Sünde mehr geben wird, so heißt das, dass die Auswirkungen des Zornes Gottes ewig sind.
Genau das will diese Stelle aussagen, wenn sie davon spricht, dass der Rauch ihrer Qual von Ewigkeit
zu Ewigkeit aufstiegen wird. Satan hat es leider geschafft, den Gott der Liebe so
darzustellen, als ob er
die Menschen für alle Zeit in einer Hölle quälen will. Da es auf der neuen Erde aber kein
Leid und kein Schmerz mehr geben wird, weil alles Leid endgültig aus dem gesamten Universum
verbannt sein wird, so kann es auch keine ewige Qual für die Heilsverächter geben. Die
Auswirkung ihrer Rebellion gegen Gott jedoch wird dabei ewig sein.
Offenbarung 14,12.13
Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da halten die Gebote Gottes
und den Glauben an Jesus! Und ich hörte eine Stimme vom Himmel
zu mir sagen: Schreib: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben
von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke
folgen ihnen nach.
Der Höhepunkt der Drei-Engelsbotschaft gipfelt in der Beschreibung des Volkes Gottes. Sie halten seine Gebote
und glauben an Jesus. Dies ist das Ergebnis dieser drei Botschaften. Sie halten seine
Gebote nicht, weil sie dadurch vor Gott als gerecht da stehen oder um damit erlöst zu werden,
nein, sondern sie halten die Gebote Gottes (vgl. Die 10 Gebote),
weil sie wissen, dass die Übertretung der Gebote dem Sohn Gottes, der in Jesus Christus
Mensch wurde, das Leben kostete, um uns damit zu erlösen (1. Petrus 1,18.19):
.. denn ihr wißt, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst
seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi
als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.
Weil Gott die Menschen liebt und seine Liebe dadurch gezeigt hat, dass er seinen Sohn nicht
verschont hat, darum erwartet Gott von uns unsere Gegenliebe, die sich im Gehorsam und im
Halten seiner Gebote zeigt (Joh. 14.15):
Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.
Da es bei den drei letzten Botschaften in erster Linie um die Anbetung Gottes geht, so ist
das besondere Kennzeichen der Übrigen, so wie sie in
Offenbarung 12,17 dargestellt sind, das Halten des
biblischen Sabbats, weil sie sich in diesem Punkt von denen unterscheiden, die das Tier und
sein Bild anbeten.
Der Glaube an Jesus zeigt sich darin, dass die Gläubigen fest mit ihm verbunden sind, ihm
freudig nachfolgen und ihm in jeder Situation ihres Lebens absolut vertrauen. Die Geduld der
Heiligen drückt sich deshalb darin aus, dass sie auch in Notsituationen
und in schwierigen Zeiten ihrem Herrn und Erlöser treu bleiben. So werden die Gläubigen auch
in der letzten großen Trübsal (vgl. Daniel 12,1), in der der
große Kampf zwischen Christus und Satan zum Abschluss kommt und in der sie schwere
Verfolgungen erdulden müssen, Jesus treu bleiben.
Was bedeutet es, dass die Toten selig sind?
Als Aufforderung Gottes bekommt Johannes die Anweisung, diesen Satz zu schreiben. Er dient
als Trost und Ermutigung für alle, die Jesu treu ergeben sind, weil sie wissen
dürfen, dass egal was kommt, sie bei der Wiederkunft Jesu
auferstehen werden. Sie dürfen wissen, dass der heilige Geist, den Jesus schon damals seinen
Jüngern verheißen hat, bei ihnen sein wird, um sie zu trösten und sie in alle Wahrheit zu
leiten.
Offenbarung 14,14-16
Und ich sah, und siehe, eine weiße Wolke.
Und auf der Wolke saß einer, der gleich war einem Menschensohn; der hatte eine goldene Krone auf seinem Haupt
und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke
saß, mit großer Stimme zu: Setze deine Sichel an und ernte; denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte
der Erde ist reif geworden. Und der auf der Wolke saß, setzte seine Sichel an die Erde, und die Erde wurde
abgeerntet.
In der nächsten Szene sieht Johannes die Wiederkunft Jesu. Da in Mt 25,31 steht,
dass Jesus mit allen seinen Engeln kommen wird, so ist die Wolke ein Symbol für die Engel
Gottes.
Die Engel werden dabei ausgesandt, um die Nachfolger Jesu, die geduldig auf sein Kommen
gewartet haben, zu sammeln. Die Bibel beschreibt diesen Vorgang mit einer Ernte. Schon in
Mt 13,30 hat Jesus damals seinen Jüngern gezeigt, dass die Menschen erst bei seiner
Wiederkunft vollständig erlöst werden:
Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit
will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit
man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.
Hinweis: Manche Menschen glauben an eine heimliche Entrückung der Gläubigen vor der
eigentlichen Wiederkunft Jesu. Da Jesus in seinem Gleichnis von der Ernte deutlich gemacht
hat, dass das Volk Gottes bis zum Ende ausharren muss und erst dann erlöst wird, ist die
Lehre von der heimlichen Entrückung unbiblisch.
Offenbarung 14,17-20
Und ein andrer Engel kam aus dem Tempel
im Himmel, der hatte ein scharfes Winzermesser. Und ein andrer Engel kam vom Altar, der hatte Macht über das
Feuer und rief dem, der das scharfe Messer hatte, mit großer Stimme zu: Setze dein scharfes Winzermesser an und
schneide die Trauben am Weinstock der Erde, denn seine Beeren sind reif! Und der Engel setzte sein Winzermesser
an die Erde und schnitt die Trauben am Weinstock der Erde und warf sie in die große Kelter des Zornes Gottes.
Und die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten, und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde,
tausendsechshundert Stadien weit.
Der Zorn Gottes, der mit den sieben letzten Plagen aus Offenbarung 15/16
vollendet wird, wird diejenigen treffen, die sich dem Willen Gottes nicht unterordnen wollen.
Die Bibel lehrt in Offenbarung 1,7, dass alle
Menschen die Wiederkunft Jesu sehen werden. Die Anbeter des Tieres und seines Bildes
werden aber den Glanz Jesu nicht ertragen können (Offenbarung
6,12-17):
Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die
Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften
und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns
vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn es ist
gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen?