Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/andacht.php

Kurz an(ge)dacht ...

 Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde opfert. Johannes 15,13 (Gute Nachricht Bibel)


Im Juli 2009 ereignete sich ein tragisches Unglück in der Mangfall bei Bad Aibling. Zwei Jungen waren beim Baden an künstlich angelegten Wassertreppen von einem Strudel erfasst worden und drohten zu ertrinken. Passanten, die das vom Ufer aus beobachteten, sprangen sofort in den Fluss und die Jungen wurden gerettet. Dabei ertrank ein junges Ehepaar in einer so genannten Wasserwalze und ein 20-Jähriger erlitt schwere Verletzungen.

Immer wieder hören wir von Menschen, die andere aus Lebensgefahr gerettet haben. Wir bewundern ihren Mut und fragen uns, wieso sie das fertigbringen. Sie sehen die Gefahr und handeln unverzüglich. Dabei das Leben zu verlieren ist das größte Opfer, das jemand bringen kann.

Als Jesus das Wort in unserem Andachtstext sprach, stand sein Sterben am Kreuz bevor. Mehrfach hatte er die Jünger darauf hingewiesen, doch sie konnten es einfach nicht glauben. Dabei handelte Jesus nicht aus einer spontanen Notsituation heraus, sondern all das, was er in Kürze erleiden würde, war vorher festgelegt worden. Es gehörte zu Gottes Rettungsplan für uns Menschen. Der war bereits beschlossen worden, ehe diese Welt erschaffen wurde (Eph 1,4).

Das Groß- und Einzigartige dabei ist jedoch, dass wir von Natur nicht Freunde Gottes, sondern seine Feinde sind (Röm 5,10a). In Jesus Christus bietet uns Gott aber die Chance, seine Freunde zu werden. Das geschieht, wenn wir uns bewusst entscheiden, das tun zu wollen, was er uns sagt (Joh 15,14).

Als Folge dieser Beziehung können wir unsere Mitmenschen so lieben, wie Jesus uns liebt. Dabei muss ich nicht unbedingt tatsächlich mein Leben lassen wie das Ehepaar aus Bad Aibling. Es kann sein, dass Eltern ihr behindertes Kind zu Hause behalten und selbst pflegen oder Ehepartner zusammenbleiben, obwohl eine umfassende Gemeinschaft durch Krankheit oder Unfall nicht mehr möglich ist. Vielleicht geraten die wenigsten von uns in eine Situation, die verlangt, um des anderen willen das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Unabhängig davon aber können wir dem Nächsten Gutes tun, egal ob er Freund oder Feind ist.

In einem Lied heißt es: "Hilf uns einander helfen, Herr, des andern Kreuz zu tragen! Lass jeden, wird's dem Bruder schwer, für ihn zu sorgen wagen." (WLG 581,1) Dazu will uns Jesus heute seine Kraft schenken.

Günter Schlicke


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