Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/offenbarung_6.htm

Offenbarung 6 - Die apokalyptischen Reiter

Offenbarung 6,1.2 Und ich sah, daß das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eine der vier Gestalten sagen wie mit einer Donnerstimme: Komm! Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen.



 
  Das Lamm, welches ein Symbol für Jesus Christus ist (vgl. Joh 1,29), beginnt nun, das erste der sieben Siegel zu öffnen. In Offenbarung 5,7 können wir nachlesen, dass nur Jesus Christus würdig ist, dieses Buch zu öffnen. Da nur er würdig ist, muss das Buch in direktem Zusammenhang mit seinem Erlösungswerk stehen. Was aber haben die Pferde zu bedeuten? In Sacharja 1,8-10 finden wir dazu folgendes:

Ich sah in dieser Nacht, und siehe, ein Mann saß auf einem roten Pferde, und er hielt zwischen den Myrten im Talgrund, und hinter ihm waren rote, braune und weiße Pferde. Und ich sprach: Mein Herr, wer sind diese? Und der Engel, der mit mir redete, sprach zu mir: Ich will dir zeigen, wer diese sind. Und der Mann, der zwischen den Myrten hielt, antwortete: Diese sind's, die der HERR ausgesandt hat, die Lande zu durchziehen.

Reiter mit Pferden stehen also in der Bibel für von Gott gesandte Boten. Da Jesus in Matthäus 28,19 allen seinen Jüngern den Auftrag gegeben hat, die Botschaft vom Reich Gottes in alle Welt zu tragen und weil nur er würdig ist, die Siegel dieses Buches zu öffnen, stellen die sieben Siegel sieben Geschichtsabschnitte der Gemeinde Jesu dar. Die ersten vier Siegel, in denen die "apokalyptischen Reiter" die Bühne betreten, beschreiben dabei die Art und Weise, wie das Evangelium verkündet wurde.

Das weiße Pferd symbolisiert dabei die Reinheit des Evangeliums, mit der es im ersten Jhdt n. Chr. verkündet wurde. Interessant an dieser Stelle ist, dass derjenige auf dem Pferd siegreich auszieht um zu siegen. Normalerweise kommt man erst siegreich von einem Kampf zurück. Doch Jesus hat den Sieg bereits am Kreuz von Golgatha errungen und Satan, der zwar immer noch Schlachten um die Menschheit führt, wurde besiegt. Von diesem Sieg, dem Sieg Gottes gegen die Sünde, handelt ja gerade das Evangelium. Darum zieht der Reiter siegreich aus um zu siegen. Die geschichtliche Erfüllung dieses Siegels bietet sich uns vor allem im Rahmen der Apostelgeschichte. Paulus verkündete das Evangelium in seiner ganzen Reinheit und es war auch Paulus, der vor seinem Tod bezeugen konnte, dass das Evangelium in aller Welt gepredigt worden ist. Die Siegeskrone des Reiters verweist auf diesen Umstand.

 
Offenbarung 6,3.4 Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich die zweite Gestalt sagen: Komm! Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, daß sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.
 
  Die rote Farbe des zweiten Pferdes deutet zum Einen auf Blutvergießen hin, zum Anderen aber auch auf die Veränderung des Evangeliums. Der Reiter entspricht dem Zeitraum der Gemeinde Smyrna aus Offenbarung 2,8.9, in der die Christen durch das heidnische Rom verfolgt wurde. Dies deutet auch das große Schwert an, das für Verfolgung, Krieg und Blutvergießen steht.

Was das Evangelium angeht, so war dies auch die Zeit der Märtyrer. Viele verloren ihr Leben, weil sie Jesus treu blieben. Es war aber auch die Zeit, als in den Menschen die Idee heran reifte, dass durch den Märtyrertod eine besondere Gunst bei Gott zu gewinnen sei. Die Heiligenverehrung entspringt ja genau dieser Ideologie. Das reine Evangelium, die Errettung durch den Tod Jesu, erlebte eine Färbung. Die Erlösung durch eigene Werke, in diesem Fall durch den Märtyrertod, hielt Einzug.

Wie konnte nun derjenige auf dem Pferd den Frieden von der Erde nehmen?

Die frühe Christengemeinde fiel sehr schnell von der reinen Lehre der Bibel ab. Dennoch gab es viele, die an der reinen Lehre festhielten. Dadurch entstand Streit und Zorn in der Gemeinde. Jesus hatte es ja schon gesagt, dass er nicht gekommen sei, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

 
Offenbarung 6,5.6 Und als er das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: Komm! Und ich sah ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!
 
  Sünde, Abfall und Irrtum werden im Gegensatz zum Licht des Evangeliums in der Bibel oftmals mit Dunkelheit oder schwarzer Farbe verglichen. Wir sind also bei der Zeit angekommen, als geistliche Finsternis das Christentum beherrschte. Die Pergamongemeinde aus Offenbarung 2,12.13 versinnbildlicht genau diesen Zeitraum.

Hinweis: Zu der damaligen Zeit wurde das Christentum unter Konstantin im römischen Reich Staatsreligion. Millionen nicht bekehrter Menschen strömten in die Kirche. Volkstümlichkeit und Kompromisse brachten heidnische Irrtümer in die Gemeinde und verdrängten nahezu das Evangelium.

Die Waage zeigt das Abwiegen von Speise während einer schrecklichen Hungersnot. Die Preise für Weizen und Gerste entsprachen dem Tageslohn eines Arbeiters. Die Hungersnot symbolisiert den akuten Mangel an Gottes Wort. Durch philosophische Lehren und heidnische Bräuche, deren Ursprung nicht die Bibel ist, kam geistliche Finsternis über die Menschheit.

Doch trotz der geistlichen Finsternis war Gottes heiliger Geist den Menschen zugänglich. Öl ist ein Symbol für den heiligen Geist (vgl. Sacharja 4,2-6) und der Wein ist Symbol für das Blut Jesu, das zur Vergebung der Sünden geflossen ist. Diese Dinge standen den Gläubigen auch zu dieser Zeit zur Verfügung, wenn auch ihre geistliche Erkenntnis sehr mangelhaft war.

 
Offenbarung 6,7.8 Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme der vierten Gestalt sagen: Komm! Und ich sah und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden.
 
  Das fahle Pferd mit seinem Reiter, dem Tod, ist ein treffendes Bild für die furchtbare Verfolgung der Gemeinde Gottes während der Zeit der Thyatira-Gemeinde (vgl. Offenbarung 2,18.19). Sie erstreckt sich vom 6. Jahrhundert, dem Beginn des Mittelalters, bis zum 15. Jahrhundert, dem Beginn der Reformation. In dieser Zeit fielen Millionen von Gläubigen der Inquisition oder der Folter zum Opfer. Wie wilde Tiere lauerten die Menschen denen auf, die am Evangelium fest hielten.

Hinweis: Das päpstliche Rom verfolgte im Mittelalter all diejenigen, die sich der Kirche widersetzten und an der Bibel festhielten. Man denke an die Kreuzzüge gegen die Waldenser, die sich in Höhlen und Gebirgen verstecken mussten, um nicht getötet zu werden. Solchen Menschen haben wir es u.a. heute zu verdanken, dass jeder Mensch in der Bibel lesen kann, denn diese Jünger Jesu haben die Bibel bis auf ihren Tod vor Satan und seinen Anhängern bewahrt.

Doch auch in dieser Zeit strahlte Gottes Gnade in die Herzen derer, die es mit Gott aufrichtig meinten. Dies wird dadurch deutlich, dass nur der vierte Teil vernichtet wurde. Wenn Gottes letzte Gerichte über diese Erde gehen, dann wird diese Gnade nicht mehr vorhanden sein und kein Teil mehr wird verschont werden (vgl. Offenbarung 15/16).

 
Offenbarung 6,9-11 Und als es das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die umgebracht worden waren um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnisses willen. Und sie schrien mit lauter Stimme: Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf Erden wohnen? Und ihnen wurde gegeben einem jeden ein weißes Gewand, und ihnen wurde gesagt, daß sie ruhen müßten noch eine kleine Zeit, bis vollzählig dazukämen ihre Mitknechte und Brüder, die auch noch getötet werden sollten wie sie.
 
  Die vier Pferde sind über die Weltbühne dahingeritten. Allein in der Zeit des vierten Pferdes fielen Millionen dem Tode zum Opfer. Genau um solche Märtyrer geht es in diesem Siegel, da sie um des Wortes Gottes und um ihres Zeugnissen willen getötet wurden.

Was hat es nun mit dem Altar auf sich?

Wie aus Hebräer 8,5 zu entnehmen ist, war der Tempel zur Zeit Israels nur ein Abbild des himmlischen Heiligtums. Der Tempel hatte mehrere Bereiche: den Vorhof mit dem Altar, das Heilige und das Allerheiligste, wobei der Vorhof mit dem Altar nicht im himmlischen Heiligtum vorhanden ist. Dies ergibt sich daraus, da die Tiere damals auf dem Altar geopfert wurden. Diese Handlung war ein Symbol für die Opferung Jesu am Kreuz. Da Jesus aber nur einmal geopfert wurde (vgl. Hebräer 9,28) und dieses Opfer für alle Zeiten gültig ist, muss der Opferaltar auch nicht im Himmel vorhanden sein (vgl. Das Heiligtum).

So wie Jesus an diesem sinnbildlichen Altar geopfert wurde, so wurden die Nachfolger Gottes um des Werkes Gottes willen geopfert und dieses Blut schreit nun von der Erde zu Gott, weil sie gerächt werden wollen.

Hinweis: Die Tatsache, dass Johannes die Seelen der Märtyrer unter dem Altar sah, hat nichts mit dem Zustand der Toten zu tun. Es handelt sich nur um ein Bild für die traurige Tatsache ihrer Ermordung.

Während der ersten vier Siegel wurden Gläubige, die sich auf Jesus verließen und seine Gebote hochgehalten hatten, infolge der Verfolgungen ermordet. Zu Beginn der Reformation erkannte z.B. Martin Luther, dass der Mensch nur aus Glauben vor Gott gerecht wird. In Römer 1,17 steht:

Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): "Der Gerechte wird aus Glauben leben."

Betrachten wir noch Jesaja 61,10:

Ich freue mich im HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet, wie einen Bräutigam mit priesterlichem Kopfschmuck geziert und wie eine Braut, die in ihrem Geschmeide prangt.

Die Reformatoren (vgl. Warum so viele Religionen?) entdeckten wieder den Weg, wie Menschen vor Gott gerecht werden können, nämlich indem sie das Kleid der Gerechtigkeit Jesu durch ihren Glauben anziehen. Diese Erkenntnis wird hier durch die weißen Gewänder dargestellt.

Dieses Siegel entspricht genau der Zeit der Gemeinde Sardes (vgl. Offenbarung 3,1) von 1500 n. Chr. bis etwa 1750 n. Chr. Die Reformation verlangsamte zwar die Verfolgung der Gläubigen, doch wird uns hier gesagt, dass sie nie aufhören wird, solange Jesus auf diese Erde nicht wiedergekommen ist. Die "kleine Zeit" war die Antwort auf die Frage "Wie lange noch, Herr?".

Hinweis: Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Mensch, nachdem er gestorben ist, direkt in den Himmel kommt oder zumindest seine Seele. Noch fataler ist die Vorstellung, dass der Mensch oder seine Seele nach dem Tod ins Fegefeuer muss und dann nach einer gewissen Zeit in den Himmel kommt. Diese Lehre stellt Gott als einen rachesüchtigen Gott dar, der nur darauf wartet, uns leiden zu sehn. Doch die Bibel sagt uns zum Glück in Johannes 3,16, dass Gott uns Menschen so sehr liebt, dass er sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat. Jesus hat bereits den Preis für unsere Sünden bezahlt, weil Gott Liebe ist.

 
Offenbarung 6,12-16 Und ich sah: als es das sechste Siegel auftat, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde finster wie ein schwarzer Sack, und der Mond wurde zu Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von starkem Wind bewegt wird. Und der Himmel wich wie eine Schriftrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden wegbewegt von ihrem Ort. Und die Könige auf Erden und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen der Berge und sprachen zu den Bergen und Felsen: Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes!
 
  Das sechste Siegel beginnt am Ende des 18. Jahrhunderts. Um diese Zeit müssen die Ereignisse geschehen sein.

- Am 1. November 1755 geschah in Lissabon ein gewaltiges Erdbeben. 60000 - 90000 Menschen verloren ihr Leben. Die See erhob sich bis auf 18 Meter über die normale Höhe. Das Erdbeben erstreckte sich über eine Fläche von mindestens 10 Millionen Quadratkilometer und war in großen Teilen Europas, Afrikas und Amerikas spürbar.




- Am 19. Mai 1780 verdunkelte sich in Neu-England die Sonne über mehrere Stunden. Dieses Phänomen ist bis heute nicht erklärbar.

- Am 19. Mai 1780 war die Nacht desselben Tages so dunkel, dass weißes Papier auch dann nicht zu erkennen war, wenn es unmittelbar vor die Augen gehalten wurde. Um Mitternacht lichtete sich die Finsternis, so dass der Mond erschien - aber er war rot wie Blut.




- Am 13. November 1833 fielen in Nordamerika so viele Sternschnuppen vom Himmel, dass man nachts die Zeitung lesen konnte. Die Anzahl wurde auf 2.000.000 pro Stunde geschätzt. Die Gesamtdauer betrug zwischen 5 und 6 Stunden. Einige Beobachter verglichen ihre Anzahl mit den Flocken eines Schneesturms oder mit den Tropfen bei einem Regenschauer.

Anschließend wechselt die Szene zur Wiederkunft Christi, zum Tag des Zorns. Ab Offenbarung 16,16 wird dieselbe Begebenheit beschrieben, dass alle Inseln und Berge verschwinden nur dass es sich dabei um die letzten Plagen dieser Welt handelt.

In Offenbarung 3,14 haben wir schon gesehen, dass vor der Wiederkunft Jesus ein Vorwiederkunftsgericht stattfindet (vgl. Das Gericht). Da die Szene an dieser Stelle schon zur Wiederkunft Jesu wechselt, können wir daraus schließen, dass die beindruckenden Zeichen, die in diesem Siegel genannt werden, den Beginn des Gerichts ankündigen sollten.

 
Offenbarung 6,17 Denn es ist gekommen der große Tag ihres Zorns, und wer kann bestehen?
 
  Wenn Jesus wiederkommen wird, stellt sich natürlich die Frage, wer bestehen wird. In Offenbarung 7 werden wir auf diese Frage eine Antwort erhalten.

Up