Quelle: http://www.dasgeheimnis.de/web/heiligtum.htm

Das himmlische Heiligtum

Im Hebräerbrief steht, dass das Heiligtum, das Mose oder auch Salomon erbauen ließen, nur Abbilder des himmlischen Heiligtums waren. Wir wollen nun anhand der Bibel untersuchen, was es mit diesem Heiligtum oder auch Tempel auf sich hat.

2. Mose 25,1.8.9 Und der HERR redete mit Mose und sprach: .. Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne. Genau nach dem Bild, das ich dir von der Wohnung und ihrem ganzen Gerät zeige, sollt ihr's machen.

Das himmlische Heiligtum
 
Nachdem Gott die 10 Gebote verkündigt hatte, stieg Mose auf den Berg, um Gott zu begegnen. Gott beauftragte nun Mose, dass das Volk ihm ein Heiligtum errichten solle und zwar nach dem Bild, das Gott Mose zeigen würde. In diesem Heiligtum wollte Gott unter dem Volk Israel wohnen. Wenn man in der Bibel den weiteren Verlauf der folgenden Kapitel nachliest, dann erhält man eine Beschreibung des Heiligtums mit all seinen Facetten.

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, woher das Bild stammte, nach dem das Heiligtum errichtet werden sollte.

 
Hebräer 8,5 Sie dienen aber nur dem Abbild und Schatten des Himmlischen, wie die göttliche Weisung an Mose erging, als er die Stiftshütte errichten sollte (2. Mose 25,40): "Sieh zu", sprach er, "daß du alles machst nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt worden ist."
 
Dieser Bibeltext belegt eindeutig, dass das irdische Heiligtum ein Abbild oder Schatten des himmlischen Heiligtums war. Wie wir nachher noch im einzelnen sehen werden, sollte das irdische Heiligtum mit seinem Heiligtumsdienst den Menschen den Erlösungsplan verdeutlichen. Das Heiligtum lehrt uns, wie Gott das Problem "Sünde" löst!

Wir wollen nun das irdische Heiligtum untersuchen, um herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Im 3. Buch Mose ist das Heiligtum und der Heiligtumsdienst beschrieben. Auf dem Vorhof des Tempels befand sich der Opferaltar. Zwischen Altar und Eingang zum Tempel war das Waschbecken. In diesem Waschbecken hatten die Priester ihre Hände und Füße zu waschen, wenn sie die erste Abteilung des Tempels, das Heilige, betreten wollten.

Hinweis: Nach Offenbarung 11,1.2 ist der Vorhof ein Sinnbild für die Erde. Das Waschbecken ist ein Symbol für die Taufe. Nach Markus 16,16 ist die Taufe heilsnotwendig. Die Priester mussten sich waschen, bevor sie ins Heiligtum gingen. Christen lassen sich taufen, damit sie Jesus gehören.

In der ersten Abteilung waren der Schaubrottisch, der Leuchter und der Räucheraltar. Hinter dem Vorhang, der die erste und zweite Abteilung, das Allerheiligste, trennte, befand sich die Bundeslade. In der Bundeslade waren die steinernen Tafeln mit den 10 Geboten. Der Deckel der Lade wurde Gnadenstuhl genannt. Auf ihm waren zwei Cherubim (Engel). Auf dem Gnadenstuhl befand sich zeitweise die Schechinah, die Offenbarung der göttlichen Gegenwart.

Hinweis: Das ganze irdische Heiligtum wurde vom Volk Israel errichtet. Nur die 10 Gebote wurde von Gott selbst geschrieben. Selbst als Mose die zwei Tafeln der Gebote vor lauter Zorn gegenüber dem Volk Israel zerbrach, hat Gott nochmals zwei Tafeln selbst beschrieben. Dies drückt die Heiligkeit der Gebote Gottes aus und dass kein Mensch Hand an die Gebote Gottes legen darf.

 
1. Mose 2,16.17 Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben.
 
Am Anfang herrschte Harmonie und Frieden zwischen Gott und den Menschen. Solange die Menschen gehorsam waren und Gott vertrauten, dass alles zu ihrem Besten diente, war dieser Friede gesichert. Doch Gott warnte auch die Menschen, dass wenn sie seine Gebote übertreten würden, dann müssten sie sterben oder wie es Paulus im Römerbrief ausdrückt (Römer 6,23):

Denn der Sünde Sold ist der Tod ..

Gleich nach dem Sündenfall setze Gott den Opferdienst ein (vgl. 1. Mose 4). Wenn Menschen gesündigt hatten, so mussten sie ein Tier ohne Fehler opfern, um Vergebung für ihre Sünden zu erlangen.

Wenn nun ein Israelit gesündigt hatte, so musste er ein Opfertier vor den Tempel bringen, seine Hand auf den Kopf des Tieres legen und seine Sünden bekennen. Somit wurde seine Schuld auf das unschuldige Tier gelegt. Dann musste er das Tier mit eigener Hand schlachten. Diese Handlung sollte den Sünder daran erinnern, dass Ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes den Tod kostet.

Nach 3. Mose 4 trug der Priester das Blut des Opfertieres entweder in die erste Abteilung der Stiftshütte, oder er strich es an die Hörner der Brandopferaltares. Den Rest des Blutes goss er an den Fuß des gleichen Altars. Mit dieser Handlung wurde die Sünde durch das Blut des Opfertieres sinnbildlich auf das Heiligtum übertragen.

Empfehlung
Nimm Jesus
 
Hebräer 9,24-26 Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht; sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben.
 
Der Hebräertext sagt uns, dass Jesus selbst ins Heiligtum ging. Aber nicht in das Heiligtum, das mit Händen gemacht wurde, sondern in das Heiligtum, das im Himmel ist und das als Vorlage für das irdische Heiligtum diente. Die Priester zur Zeit Israels gingen immer mit dem Blut von Tieren ins Heiligtum. Jesus hingegen ging mit seinem eigenen Blut in das himmlische Heiligtum (Hebräer 9,12):

Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben.

Dieses Opfer Jesu, das er am Kreuz von Golgatha vollbrachte, ist für alle Zeit ausreichend, um Menschen zu erlösen. Es ist ausreichend, um eine ewige Erlösung zu garantieren. Nur Gott selbst konnte das Opfer bringen, das zur Sühnung der Übertretung seiner Gebote nötig war. Der priesterliche Dienst im Tempel hatte nur symbolischen Charakter und sollte auf den Dienst Jesu im himmlischen Tempel hinweisen. Betrachten wir Hebräer 10,11.12:

Und jeder Priester steht Tag für Tag da und versieht seinen Dienst und bringt oftmals die gleichen Opfer dar, die doch niemals die Sünden wegnehmen können. Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht, und sitzt nun für immer zur Rechten Gottes

Die Opferungen zur Zeit Israels hatten nur symbolischen Charakter und konnten nie Sünden wegnehmen (Hebräer 10,4):

Denn es ist unmöglich, durch das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegzunehmen.

Erst als Jesus sich selbst am Kreuz opferte, war die Möglichkeit geschaffen, Sünden zu vergeben. So ist der Brandopferaltar auf dem Vorhof ein Sinnbild für Golgatha, wo Jesus am Kreuz für uns Menschen geopfert wurde, denn im Himmel kann es keinen Tod geben.

Warum aber musste nun Jesus überhaupt sterben?

Wie wir schon gesehen haben, fordert die Übertretung des Gesetzes Gottes den Tod. Gottes Gesetz ist heilig wie Gott selbst (Römer 7,12):

So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.

Da das Gesetz Gottes heilig ist, konnte nur ein Gott Gleichgestellter für die Übertretungen Sühne leisten. Weil wir Menschen die Gesetze Gottes übertreten haben, musste Jesus sterben. Er musste sterben, damit der Mensch der gerechten Strafe für seine Übertretungen der Gebote Gottes entgehen kann ohne dass die Gebote selbst verändert werden mussten. So ist Gott gerecht, weil die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit erhalten bleibt und er ist Liebe, weil er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat.

Hinweis: Nach 3. Mose 17,11 ist das Leben im Blut. So ist das Blut Jesu das Mittel, das die Vergebung gewährleistet, weil das Blut Jesu sein Leben ist (vgl. Hebräer 9,22).

 
Jesaja 53,4-7 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.
 
Jesus trug die Schuld der ganzen Welt. Als Jesus am Kreuz starb, wurden auf ihn alle Sünden eines jeden Menschen gelegt. Jesus ist das Lamm Gottes, das geschlachtet wurde. Während die Gläubigen aus dem Volk Israel symbolisch Tiere opferten und dabei auf ihren Erlöser hofften, so dürfen wir heute auf das Kreuz von Golgatha zurückblicken, wo sich Jesus ein für allemal stellvertretend für unsere Sünden geopfert hat.

Hinweis: Dem Volk Israel war bewusst, dass sie einen Erlöser brauchten, denn schließlich wusste schon Hiob, dass sein Erlöser lebt (vgl. Hiob 19,25).

Betrachten wir nun den Dienst Jesu während der ersten Phase seines Wirkens im himmlischen Heiligtum, das durch die erste Abteilung des irdischen Heiligtums versinnbildlicht wurde.

 
Hebräer 4,14-16 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so laßt uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum laßt uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
 
Nachdem Jesus auferstanden ist und in den Himmel aufgefahren ist, begann er seinen Dienst als Hohenpriester im himmlischen Heiligtum (Hebräer 8,1):

Das ist nun die Hauptsache bei dem, wovon wir reden: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel ..

Bei diesem Dienst bittet Jesus für die bußfertigen Sünder und befreit sie von ihrer Sünde. Dabei werden die Sünden nur durch die Gerechtigkeit Jesu bedeckt (vgl. Psalm 31,1). So wie in alttestamentlicher Zeit die Sünde durch den Priester auf das irdische Heiligtum übertragen wurde, so wird auch die Sünde durch den Dienst Jesu während der ersten Phase seines Heiligtumsdienstes auf das himmlische Heiligtum übertragen. Durch seinen Tod, wurde Jesus Diener am Heiligtum. Sein Opfer berechtigt Jesus für seinen Fürsprecherdienst (Hebräer 7,25-27):

Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie. Denn einen solchen Hohenpriester mußten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. Er hat es nicht nötig, wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst opferte.

Dieser Text belegt eindeutig, dass Jesus unser Fürsprecher ist und dass er vor Gott für unsere Sünden bittet. Jesus musste auf Erden ebenfalls wie wir versucht werden. Er musste leiden auf Erden, damit er uns Menschen, die wir gefallen sind, vor dem Vater vertreten kann (Hebräer 2,17.18):

Daher mußte er in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.

Weil Jesus versucht worden ist wie wir versucht werden, kann er uns Kraft geben, der Versuchung zu widerstehen.

 
Offenbarung 4,5 Und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, das sind die sieben Geister Gottes.
 
Offenbarung 8,3 Und ein anderer Engel kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß, und ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, daß er es darbringe mit den Gebeten aller Heiligen auf dem goldenen Altar vor dem Thron.
 
In der ersten Abteilung des irdischen Heiligtums befanden sich der Leuchter und der Räucheraltar. Johannes sieht nun hier in seiner prophetischen Schau in das himmlische Heiligtum. Es sah dort die sieben Fackeln und einen Engel mit einem Rächergefäß.

Was bedeuten die sieben Fackeln?

Als Johannes in Offenbarung 1,10-16 Jesus mit sieben Leuchtern stehen sah, wurde ihm erklärt, dass die Leuchter Gemeinden darstellen. Nach Johannes 8,12 ist Jesus das Licht der Welt und seine Nachfolger sind Kinder des Lichts. So stellen die sieben Fackeln oder die sieben Leuchter sinnbildlich die geisterfüllte Gemeinde dar, die das Evangelium und damit das Licht in die ganze Welt trägt. Jesus selbst sagte in der Bergpredigt, dass wir Christen das Licht der Welt sind (vgl. Matthäus 25,14-16).

Der Engel, der hier beschrieben ist, ist Jesus. Er bringt während der ersten Phase seines himmlischen Versöhnungsdienstes die Gebete der Heiligen vor Gott. Die Heiligen sind Menschen, die Jesus nachfolgen. Wenn wir Menschen zu Jesus beten, so dürfen wir gewiss sein, dass wir Vergebung für unsere Sünden erlangen. Johannes drückt dies in 1. Johannes 2,1.2 so aus:

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist. Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt.

Jesus macht also sein Blut, das nach 3. Mose 17,11 sein Leben ist, für uns Sünder geltend und bringt mit seiner Gerechtigkeit die Gebete der reumütigen Sünder vor Gott. Dabei bleibt die Sünde aber sinnbildlich gesehen im Heiligtum, da sie nach Psalm 31,1 nur bedeckt wird. Es ist wichtig zu wissen, dass wir Menschen nur über die Gebete Jesu und durch seinen Verdienst zu Gott kommen können. Jesus ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen.

Hinweis: Wenn wir im Namen Jesu beten, so bekunden wir damit, dass ein sündiger Mensch nicht direkt zu Gott kommen kann. Nur über Jesus können wir zu Gott kommen. Wenn wir aber im Namen Jesu beten, dann sieht Gott nicht unser sündiges Wesen, sondern er sieht die absolute Gerechtigkeit seines Sohnes und kann so unsere Gebete annehmen.

Nach dem Sündenfall wurde das Reich der Gnade eingesetzt, denn Adam und Eva mussten nicht sofort sterben, sondern durften aus Gnade weiterleben. Da sie ihre Sünden bereut haben, werden sie auch aus Gnade bei der Wiederkunft Jesu errettet werden. Durch Jesu Tod am Kreuz wurde das Reich der Gnade aufgerichtet. Jetzt wurde das Opfer vollbracht, damit die Gnade wirksam werden konnte. In Lukas 10,9 sagt Jesus, dass das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist. Dabei spielte er auf das kommende Reich der Gnade an. Wenn Jesus aber seinen Mittlerdienst beenden wird, dann wird das Reich der Gnade beendet sein das Reich der Herrlichkeit Gottes wird anbrechen.

Hinweis: Die Schaubrote in der ersten Abteilung des irdischen Heiligtums deuteten die Abhängigkeit der Menschen von Gott an, was körperliche und geistige Dinge anbelangt. Sie stehen symbolisch für das Wort Gottes (vgl. Matthäus 4,4). Auch deutete das Morgen- und Abendopfer der Priester die ständige Abhängigkeit vom Blut Christi an.

Betrachten wir nun die zweite Phase des Dienstes Jesu. Diese Phase wurde durch die zweite Abteilung des irdischen Heiligtums, dem Allerheiligsten, versinnbildlicht dargestellt.

 
3. Mose 16,6-20.15.16.26-34 Und Aaron soll einen Stier, sein Sündopfer, darbringen, daß er für sich und sein Haus Sühne schaffe, und danach zwei Böcke nehmen und vor den HERRN stellen an der Tür der Stiftshütte und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem HERRN und das andere dem Asasel, und soll den Bock, auf welchen das Los für den HERRN fällt, opfern zum Sündopfer. Aber den Bock, auf welchen das Los für Asasel fällt, soll er lebendig vor den HERRN stellen, daß er über ihm Sühne vollziehe und ihn zu Asasel in die Wüste schicke. .. Danach soll er den Bock, das Sündopfer des Volks, schlachten und sein Blut hineinbringen hinter den Vorhang und soll mit seinem Blut tun, wie er mit dem Blut des Stieres getan hat, und etwas davon auch sprengen gegen den Gnadenthron und vor den Gnadenthron und soll so das Heiligtum entsühnen wegen der Verunreinigungen der Israeliten und wegen ihrer Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben. So soll er tun der Stiftshütte, die bei ihnen ist inmitten ihrer Unreinheit. .. Der Mann aber, der den Bock für Asasel hinausgebracht hat, soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser abwaschen und erst danach ins Lager kommen. Und den jungen Stier und den Bock vom Sündopfer, deren Blut in das Heiligtum zur Entsühnung gebracht wurde, soll man hinausschaffen vor das Lager und mit Feuer verbrennen samt Fell, Fleisch und Mist. Und der sie verbrennt, soll seine Kleider waschen und sich mit Wasser abwaschen und erst danach ins Lager kommen. Auch soll euch dies eine ewige Ordnung sein: Am zehnten Tage des siebenten Monats sollt ihr fasten und keine Arbeit tun, weder ein Einheimischer noch ein Fremdling unter euch. Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, daß ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem HERRN. Darum soll es euch ein hochheiliger Sabbat sein, und ihr sollt fasten. Eine ewige Ordnung sei das. Es soll aber solche Entsühnung schaffen ein Priester, den man gesalbt und dessen Hände man gefüllt hat, daß er Priester sei an seines Vaters Statt. Und er soll die leinenen Kleider anlegen, die heiligen Kleider, und soll so entsühnen das Allerheiligste, die Stiftshütte, den Altar, die Priester und alles Volk der Gemeinde. Das soll euch eine ewige Ordnung sein, daß ihr Israel einmal im Jahr entsühnt wegen aller seiner Sünden. Und Aaron tat, wie der HERR es Mose geboten hatte.
 
Dieser etwas längere Text beschreibt den großen Versöhnungstag, an dem der Priester einmal im Jahr in das Allerheiligste, der zweiten Abteilung des irdischen Heiligtums, ging.

Wie wir schon weiter oben gesehen haben, befanden sich im Allerheiligsten die Bundeslade mit den 10 Geboten, die zwei Cherubim und die Schechinah. Hier vollzog der Priester die Versöhnung des Volkes am großen Versöhnungstag. Grundlage der Versöhnung ist das Gesetz Gottes. Durch dessen Übertretung musste der Erlösungsplan in Kraft treten, um die Menschen retten zu können. Jesus, der Sohn Gottes, musste sterben, damit der Sünder der gerechten Strafe entgehen kann.

Weil das Gesetz Gottes die Grundlage der himmlischen Welt ist, konnte es nicht geändert werden. Das Gesetz fordert absoluten Gehorsam, das ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Weil wir Menschen diese Gerechtigkeit verloren haben, musste Jesus am Kreuz für unsere Sünden sterben. Er führte ein sündenloses Dasein und nahm unsere Schuld auf sich und wurde so zu unserer Gerechtigkeit (2. Korinther 5,21):

Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Die Grundlage des Bundes zwischen Gott und den Menschen bilden die 10 Gebote. Die Gebote wurden am Sinai in Worte gefasst und auf die gefallene Welt zugeschnitten. Nach dem Gesetz Gottes sind wir schuldig und verurteilt - aber der Gnadenstuhl schenkt Vergebung. Die Cherubim, die sich über dem Gnadenstuhl befinden, versinnbildlichen die Anteilnahme der Engel am Erlösungsplan Gottes.

Der Priester ging also am 10. Tag des 7. Monats in das Allerheiligste, nahm das Blut des Sündenbocks und sprengte es gegen den Gnadenthron. Damit wurde das Heiligtum entsühnt und von den Sünden Israels gereinigt, die ja nur bedeckt waren.

Hinweis: Bei den täglichen Opferungen wurden die Sünden sinnbildlich auf das Heiligtum übertragen und am großen Versöhnungstag wurde das Heiligtum sinnbildlich gereinigt.

 
Daniel 8,13.14 Ich hörte aber einen Heiligen reden, und ein anderer Heiliger sprach zu dem, der da redete: Wie lange gilt dies Gesicht vom täglichen Opfer und vom verwüstenden Frevel und vom Heiligtum, das zertreten wird? Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden.
 
Daniel 8,13 stellt die längste Prophezeiung der Bibel dar. In dieser Prophezeiung wird der Zeitpunkt angekündigt, wann das Heiligtum wieder geweiht oder von den Sünden gereinigt werden sollte. Es stellt jenes Ereignis dar, wenn die zweite und letzte Phase des Versöhnungsdienstes Jesus im himmlischen Heiligtum beginnt. Bei diesem abschließenden Dienst steht Jesus als Mittler für sein Volk ein. Es ist der Dienst der Versöhnung, das Bindeglied zwischen Himmel und Erde (2. Korinther 5,19):

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

Dieser himmlische Versöhnungstag begann am 22. Oktober 1844 (vgl. Das Gericht). Das Jahr 1844 n. Chr. markiert das Jahr, an dem die Prophezeiung über die 2300 Abende und Morgen abgelaufen ist (vgl. Daniel 8,13). Der 22. Oktober war nach dem jüdischen Kalender der 10. Tag des 7. Monats.

Der große Versöhnungstag ist das abschließende Ereignis im Erlösungsplan. An diesem Tag vollbrachte der Priester vor dem Gnadenstuhl die Versöhnung für das Volk Gottes. Während der Priester die Versöhnung vollzog, musste das Volk Israel in sich gehen und Buße tun. Wer das nicht tat, wurde aus dem Volk Israel hinausgestoßen (vgl. 3. Mose 23,29). Auch heute ist die Botschaft an das Volk Gottes die gleiche wie damals (Apostel. 3,19.20):

So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden getilgt werden, damit die Zeit der Erquickung komme von dem Angesicht des Herrn und er den sende, der euch zuvor zum Christus bestimmt ist: Jesus.

Weil der große Versöhnungstag im Himmel bereits begonnen hat, so ist das Volk Gottes aufgerufen, seine Sünden zu bereuen, denn nur bereute Sünden können getilgt werden. Es ist die Botschaft an die Gemeinde Laodizea (vgl. Offenbarung 3,14). Es ist die Botschaft Buße zu tun, weil man sonst, wie damals zur Zeit des alttestamentlichen Versöhnungstags, aus dem Volk Gottes ausgerottet wird. Gott hat zwar über die Zeit der Unwissenheit hinweg gesehen, jetzt gebietet er uns Menschen aber an allen Enden und Ecken Buße zu tun, d.h. seine Sünden zu bereuen (vgl. Apostel. 17,30).

Hinweis: Jesus beginnt mit seinem Blut die zweite Phase der Versöhnung, da der Priester nur mit Blut ins Allerheiligste ging und nach Hebräer 9,22 alles nur durch Blut gereinigt wird.

 
Offenbarung 3,7.8 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen.
 
Offenbarung 11,18.19 Und die Völker sind zornig geworden; und es ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten zu richten und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und zu vernichten, die die Erde vernichten. Und der Tempel Gottes im Himmel wurde aufgetan, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel sichtbar;
 
Und wiederum wurde Johannes in einer prophetischen Schau das himmlische Heiligtum gezeigt. Dieses mal sieht er in das Allerheiligste, da er die Lade des Bundes sieht. Es ist die Zeit der symbolischen Gemeinde Philadelphia, in der die Türe zum Allerheiligsten geöffnet wurde. Es ist die Zeit, in der die Reinigung des himmlischen Heiligtums von den Sünden des Volkes Gottes begonnen hat.

Bei dieser Reinigung werden die Sünden gesühnt. Die Bibel berichtet davon, dass alles, was wir Menschen tun, ins Gericht kommt (Prediger 12,14):

Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.

Auch berichtet die Bibel in Offenbarung 20,12 davon, dass alles, was wir tun, in Büchern verzeichnet wird:

Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken.

Die Reinigung des Heiligtums schließt folglich eine Untersuchung der Bücher mit ein. Gott will retten, nicht verdammen. Bevor Gott aber einen Menschen gerecht sprechen kann, muss er den Fall vorher untersuchen. Dies zeigte sich bei der Sintflut, bei Sodom und Gomorra, usw. Gott schaut immer vorher nach, wen er erretten kann. Diese Untersuchung muss auch stattfinden, ehe Jesus wiederkommt, da bei der Wiederkunft schon feststeht, wer erlöst wird und wer nicht (Offenbarung 22,12):

Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind.

Bei diesen Werken geht es nicht um Werkgerechtigkeit. Gerecht werden wir nur durch Jesus Christus. Ab dem Augenblick, wenn wir an Jesus und auch daran glauben, dass er stellvertretend für unsere Sünden gestorben ist, erhalten wir das Kleid seiner Gerechtigkeit. Es ist aber so, dass alles, was wir als bekehrte Christen tun, im Buch des Lebens aufgezeichnet wird. Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, egal ob sie gut oder böse sind (vgl. Prediger 12,12-14). Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Sünden bereuen. Nicht bereute Sünden können nicht vergeben werden. Wenn beim großen Versöhnungstag ein Israelit seine Sünden nicht bereute, so wurde er ausgestoßen. Wenn wir unsere Sünden nicht bereuen, so werden wir ebenfalls ausgestoßen. Wenn Sünden nicht bereut und nicht vergeben wurden, wird der Name aus dem Buch des Lebens gestrichen (Offenbarung 3,5):

Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.

Wir können durch Jesus überwinden, die Bibel sagt es uns. Wenn wir aber in unseren Sünden weiterleben wollen, dann kann Jesus uns nicht erretten.

 
Epheser 5,26.27 Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.
 
Durch die Reinigung des Heiligtums wird auch das Volk Gottes auf Erden gereinigt. Jesus möchte, dass sein Volk ohne Flecken und Runzel vor ihm steht. Nach Hebräer 9,14 wird auch unser Gewissen durch das Blut Jesu gereinigt.

Hinweis: In Hesekiel 36 steht eine wunderbare Botschaft. Dort wird beschrieben, wie Gott sein Volk auf Erden reinigen wird. Der Text sagt uns auch, dass Gott für die Reinigung selbst verantwortlich ist, ich muss es nur wollen. Die Reinigung des Volkes Gottes auf Erden dient der Rechtfertigung Gottes, damit sein Name verherrlicht werden.

Noch ist Gnadenzeit, noch bittet Jesus mit seinem Blut für uns Sünder. Jetzt ist die Zeit, in der wir so wie wir sind, zu Jesus kommen sollen. Wenn wir uns Jesus anvertrauen, wird er den Weg mit uns gemeinsam gehen. Das Gesetz Gottes fordert Gerechtigkeit aber unser Fürsprecher im himmlischen Heiligtum ist barmherzig (Sprüche 8,13):

Wer seine Sünde leugnet, dem wird's nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.

 
3. Mose 16,6-8.10.20-22 Und Aaron soll einen Stier, sein Sündopfer, darbringen, daß er für sich und sein Haus Sühne schaffe, und danach zwei Böcke nehmen und vor den HERRN stellen an der Tür der Stiftshütte und soll das Los werfen über die zwei Böcke: ein Los dem HERRN und das andere dem Asasel. .. Aber den Bock, auf welchen das Los für Asasel fällt, soll er lebendig vor den HERRN stellen, daß er über ihm Sühne vollziehe und ihn zu Asasel in die Wüste schicke. .. Und wenn er die Entsühnung des Heiligtums vollbracht hat, der Stiftshütte und des Altars, so soll er den lebendigen Bock herzubringen. Dann soll Aaron seine beiden Hände auf dessen Kopf legen und über ihm bekennen alle Missetat der Israeliten und alle ihre Übertretungen, mit denen sie sich versündigt haben, und soll sie dem Bock auf den Kopf legen und ihn durch einen Mann, der bereitsteht, in die Wüste bringen lassen, daß also der Bock alle ihre Missetat auf sich nehme und in die Wildnis trage; und man lasse ihn in der Wüste.
 
Nachdem am großen Versöhnungstag das Heiligtum gereinigt worden war, sollte der Priester seine Hand auf den anderen Bock legen und über ihm alle Sünde bekennen. Anschließend sollte der Bock zu Asasel in die Wüste geschickt werden.

Genau das Gleiche wird am Ende des Erlösungsplans geschehen. Nachdem Jesus im Allerheiligsten durch sein Blut die Reinigung vollzogen hat, wird er alle Sünden des Volkes Gottes auf Satan legen, da er der Urheber aller Sünden ist. Der Vater der Lüge wird dann sinnbildlich in die Wüste geschickt werden. Dies wird sicherlich dann der Fall sein, wenn Satan während der 1000 Jahre (vgl. Offenbarung 20) auf dieser Erde leben muss. Kein Mensch wird dann mehr auf der Erde leben. Da wird er Zeit haben, sich über die Folgen seines Ungehorsams Gedanken zu machen, ehe er dann bei der Schaffung der neuen Erde (vgl. Offenbarung 21) vernichtet wird.